„Keinerlei missverständlicher Eindruck“

Nach heftiger Kritik: CSU verschiebt umstrittenes Treffen am Nockherberg - Verbandschef nimmt Stellung

Bayerns Antisemitismusbeauftragter und Bezirksvorsitzender der CSU München Ludwig Spaenle auf einer Pressekonferenz.
+
Ludwig Spaenle erklärt die kurzfristige Verschiebung des CSU-Bezirksparteitags.

Trotz Corona-Lockdown wollte die CSU in München einen Präsenzparteitag abhalten. Kurzfristig folgt nun die Absage.

Update 18. Februar, 15.11 Uhr: Jetzt hat die CSU doch reagiert. Der für heute Abend geplante Bezirksparteitag am Nockherberg wird verschoben. Dieser war als Präsenzveranstaltung geplant gewesen. Verbandschef Ludwig Spaenle erklärte die Beweggründe: „In dieser durch die Pandemie bestimmten Zeit darf keinerlei missverständlicher Eindruck entstehen“. Vorab war die CSU für ihr Ansinnen scharf kritisiert worden (siehe Ursprungsmeldung).

Trotz Corona: Münchner CSU mit Präsenzparteitag - „Fragwürdiges Zeichen an die Bürger“

Ursprungsmeldung:

Es gab viel Kritik, trotzdem hält die CSU München an ihrem Plan fest: Der Präsenzparteitag findet trotz der aktuellen Corona-Lage* statt. Wie der Verband am Mittwoch bestätigte, werden zu der Veranstaltung am Donnerstag im Festsaal auf dem Nockherberg in München* zwischen 70 und 80 von insgesamt 89 Stimmberechtigten erwartet. „Es geht darum, dass die CSU München einfach ihre Handlungsfähigkeit wieder herstellt“, sagte Verbandschef Ludwig Spaenle dem Bayerischen Rundfunk. „Das tun wir jetzt.“ Bei dem Parteitag dürfte Justizminister Georg Eisenreich zu Spaenles Nachfolger gewählt werden. Bayerns Ex-Kultusminister hatte seinen Rückzug von der Verbandsspitze im September angekündigt.

Der Vorsitzende der bayerischen Grünen, Eike Hallitzky, kritisierte das Festhalten an der Veranstaltung in Zeiten der Corona-Pandemie. Die CSU sei damit ein „denkbar schlechtes Vorbild“, schrieb er auf Twitter. „Wie können wir unter diesen Vorzeichen Menschen zum Durchhalten motivieren, die seit Monaten unter Beschränkungen leiden, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist?“ Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch (FDP), bezeichnete den Parteitag als „sehr fragwürdiges Zeichen an die Bürger, die mit Durchhalteparolen hingehalten werden“.

Corona: CSU München hält an Präsenzparteitag fest - Blume verteidigt Entscheidung

CSU-Generalsekretär Markus Blume verteidigte die Entscheidung. „Demokratie darf in Corona-Zeiten nicht pausieren“, sagte Blume der Abendzeitung (Dienstag). Alle Regeln würden „strikt eingehalten, mit extra viel Abstand und einem sehr knappen Programm. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Kommentare