CSU-Bezirksparteitag am Nockherberg

Münchner CSU-Chef steht nun fest - Eisenreich löst Spaenle ab

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) löst Spaenle an Münchner CSU-Spitze ab.
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Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) löst Spaenle an Münchner CSU-Spitze ab.

Der neue Vorsitzende der Münchner CSU steht fest. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (50) ist der Nachfolger von Ludwig Spaenle.

München - Georg Eisenreich (50) ist neuer Vorsitzender der Münchner CSU. Die Delegierten des Bezirksparteitages wählten Bayerns Justizminister Donnerstagabend im Paulaner am Nockherberg zum Nachfolger von Ludwig Spaenle. Der 60-Jährige hatte im September verkündet, nicht mehr antreten zu wollen und wurde gestern zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Wegen der Pandemie war im Februar ein Parteitagstermin kurzfristig geplatzt.

Als Nachfolger für Eisenreich als Partei-Vize wählten die Delegierten Stadtrats-Fraktions-Chef Manuel Pretzl (45). Über Spaenles Arbeit sagte Eisenreich: „Es waren zehn gute Jahre für die CSU München.“

Münchner CSU-Chef Eisenreich: „Wir können Smartphone und Schafkopf. Wir können Streaming und Stammtisch.“

Mit Blick auf die nächste Kommunalwahl will er die CSU neu aufstellen, es brauche ein Grundsatzprogramm. „Wir nehmen uns dazu Zeit, auch weil wir alle Ebenen und alle Mitglieder einbinden, Veranstaltungen dazu machen werden, und weil es viel zu diskutieren gibt.“ Die Parteiarbeit will der CSU-Chef modernisieren. Dazu sei bereits ein kleines Streaming-Studio in der Bezirksgeschäftsstelle eingerichtet. Es soll neue Veranstaltungsformate geben, und die Aktivitäten in den Sozialen Medien sollen ausgebaut werden. Eisenreich: „Wir können Smartphone und Schafkopf. Wir können Streaming und Stammtisch.“

Die Lage für die CSU München im Bundestagswahljahr ist nicht einfach: Mehrere Wahlkreise drohen wegzubrechen und an die Grünen zu fallen. In der CSU gibt es zudem Debatten, inwieweit ein kantig konservativer Kurs des Bezirksverbands der Partei in der Stadt hilft.

Alle Parteien stünden vor großen Herausforderungen, die Parteien in der Großstadt erst recht, sagte Eisenreich. „Wir können und werden als Volkspartei gute und moderne Antworten geben, die alle Menschen im Blick haben und nicht nur Interessengruppen.“ Die CSU sei eine Partei, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen, Umweltschutz voranbringen könne, ohne die Industrie abzuschaffen, ohne jedes Auto zu verschrotten, ohne den Wohlstand zu gefährden.

CSU Bezirksparteitag im Paulaner am Nockherberg: Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (re) ist der Nachfolger von Ludwig Spaenle.

Klar, an wen die Worte gerichtet waren: „Die Grünen sind ideologisch und wirtschaftsfeindlich. Die können das nicht. Deshalb müssen wir den Grünen nicht hinterherlaufen.“ Es gelte nun im Bundestagswahlkampf herauszuarbeiten, was die Unterschiede zwischen den Grünen und der CSU sind. „Die Grünen sind im Kern eine ideologische, wirtschaftsfeindliche und unsoziale Partei. Das grüne Projekt ist ein elitäres Projekt für Leute, die es sich leisten können.“

Ohne Führungswechsel, so ist es zumindest geplant, geht der Bezirksparteitag der CSU Oberbayern morgen über die Bühne. Hier ist die Vorsitzende Ilse Aigner unangefochten. Gerangel gibt es nur um die Vizes. Für die vier Plätze kandidieren die Ministerinnen Michaela Kaniber, Kerstin Schreyer, der Berliner Abgeordnete Reinhard Brandl und die beiden Landräte Siegfried Walch (Traunstein) und Martin Bayerstorfer (Erding). Intern wird damit gerechnet, dass nur einer der beiden Landräte durchkommt. Im Konsens wird zudem für die Junge Union der Rosenheimer Daniel Artmann als zusätzlicher Vize installiert. Die Männer/Frauenquote der CSU wird wohl erfüllt. Einer der Redner im Unterhachinger Fußballstadion ist Söder. (ska/cd)           

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