Nach umstrittener Dienstanweisung

CSU provoziert mit Ude-Klingelschildern

Dieses Bild postete am Dienstag die Stadtrats-CSU auf Facebook

München - Verrammeln statt vermieten – mit seiner Dienstanweisung von März erntet OB Christian Ude immer noch Kritik. Nun verschickte die CSU-Stadtratsfraktion ein provokantes Foto.

Ude hatte verfügt, dass leerstehende städtische Häuser verriegelt werden sollen, damit keine Hausbesetzer angelockt werden. Auch Klingelbretter sollten keinen provozierenden Eindruck erwecken, sagte er.

Letzeres übernahm am Dienstag die CSU-Stadtratsfraktion. Sie postete auf Facebook ein Bild mit dem Klingelbrett vom städtischen Leerstandshaus an der Pilotystraße, auf der die Namensschilder mit „Christian Ude“ überklebt wurden. Drunter steht: „Christian Udes OB-Anweisung vom 11. März 2013 vollzogen – kommunaler Wohnungsleerstand behoben‘.“

Der Landesverband der Linken spricht von einem „verkrusteten Ude-System“. Die Münchner Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke: „Die Äußerungen des Oberbürgermeisters zu den leerstehenden Wohnungen zeugen davon, wie gut es ist, dass seine Zeit an der Spitze Münchens ein Ende nimmt. Aufgrund der Amtsmüdigkeit leeren Wohnungsraum zu kaschieren und eine Angst vor ,Autonomen‘ zu unterstützen, ist allerdings eine Frechheit.“

Die tz wollte wissen, inwieweit Udes Anweisung vom März, leerstehende Häuser ohne Mietvertrag an Wohnungslose zu übergeben, bis jetzt umgesetzt wurden. Dazu konnten aber weder das Kommunalreferat, das Sozialreferat noch das Planungsreferat gestern eine Antwort geben. „Vor Jahresende“ soll es darüber eine Auskunft an den Stadtrat geben, hieß es.

Johannes Welte

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