Der CSU-Sanierer Otmar Bernhard sagt Servus

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Nach der CSU ist sein Dalmatiner Barney sein zweite große Leidenschaft des scheidenden CSU-Bosses Otmar Bernhard.

München - In der Münchner CSU geht eine Ära zu Ende – die des Bezirksvorsitzenden Otmar Bernhard. Er war sieben Jahre im Amt und hat seiner Partei zu einem besseren Image verholfen.

Sie dauerte zwar nur sieben Jahre, in denen aber mauserte sich der Streithanselverein zur Partei mit Großstadtprofil. Jetzt sagt Bernhard Servus. Am Anfang standen Fragen: Wird er es können? Dieser brummiggemütliche Mann, der eher als Versöhner gilt denn als Droher.Würde so einer die Vergangenheit einer Wahltrickseraffäre vergessen machen und die Streithansel zur Räson rufen? 

„Es war eine sehr schwierige Ausgangsposition. Manche haben gesagt, es ist ein Schleudersitz“, erzählte Otmar Bernhard dem Münchner Merkur. Montagabend wird beim Bezirksparteitag im Hofbräukeller ein neuerVorstand gewählt. In Wildbad Kreuth hatte Bernhard mit Kultusminister Ludwig Spaenle ausgekartelt, dass der neuer CSU-Chef wird.

Vielleicht weht mit Spaenle bald ein neuer, rauerer Wind durch die CSU. Der bisherige Parteivize gilt als Wadlbeißer. Bernhard ist das Kontrastprogramm.

„Landedelmann“ nennen sie ihn, wohl wegen seiner Vorliebe, sich englisch-sportlich zu kleiden, wenn er nicht als MdL mit Trachtenjanker unterwegs ist.

Damals, 2004, trat Bernhard die Nachfolge der Strauß-Tochter Monika Hohlmeier an, die einer Reihe von Protagonisten der Perlacher Wahlfälscheraffäre zu nahe stand. Bernhard sprach damals von der „schwersten Krise seit Gründung der Münchner CSU“. Nebenbei war Bernhard angetreten, die Münchner CSU zur „Großstadtpartei“ zu machen, und die ParteizahltenochSchulden aus dem OB-Wahlkampf von 1993 zurück. Am Jahresende werde man sie los sein.

Es gab auch Rückschläge: Ministerpräsident Horst Seehofer sägte im Oktober 2008 den damals 62-Jährigen als Umweltminister ab. Im Frühjahr 2010: Herzprobleme. „Eine momentane Schwäche“, beteuert Bernhard. Dass er sich nun als Bezirkschef verabschiede, habe damit nichts zu tun. Er sei wieder obenauf und wolle 2013 nochmal für den Landtag kandidieren. „Ich bin nicht aus der Welt“, meint Bernhard. Er soll Ehrenvorsitzender der Münchner CSU werden.

MATTHIAS KRISTLBAUER

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