Freistaat will kein Geld investieren

CSU: Tunnel unterm Englischen Garten vom Tisch

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So sieht der Tunnel unter dem Englischen Garten in der Animation aus.

München - Ist der Tunnel unter dem Englischen Garten vom Tisch? Nach tz-Informationen hat der Leiter der Staatskanzlei, Marcel Huber(CSU), genau dies am Montag in kleinem Kreise gesagt. Der Freistaat werde für den Tunnel unterm Englischen Garten kein Geld ausgeben.

Bei der Ausstellungseröffnung für das Tunnelprojekt waren sie noch optimistisch: (v. l.) Die Minister Georg Fahrenschon und Wolfgang Heubisch sowie das Architektenehepaar Petra Lejeune und Hermann Grub.

OB Dieter Reiter soll sich ebenfalls positioniert haben. Aus Rathaus-Kreisen war zu erfahren, dass die Stadt das Projekt alleine nicht stemmen wird. Vor kurzem erst hatte der Planungsausschuss des Münchner Stadtrates eine Prioritätenliste erstellt, wonach der Tunnel Landshuter Allee als erstes realisiert werden soll. Danach kommt das Projekt an der Tegernseer Landstraße. Der Tunnel in Schwabing gilt als Sonderfall. Auf rund 1000 Metern soll er zwischen Iffland- und Dietlindenstraße unterirdisch sechsspurig verlaufen. Die Bauzeit hätte vier Jahre betragen, bei Kosten von geschätzt 120 bis 150 Millionen Euro. Die Stadt sollte prüfen, inwiefern der Tunnel auch dem Verkehr wirklich nutzt. Außerdem hätte für eine Anbindung von Seehaus und Hirschau eine Lösung gefunden werden müssen. SPD-Verkehrsexperte Ingo Mittermaier hatte nach der Ausschusssitzung gesagt: „Nur wenn der Freistaat als Eigentümer des Parks bereit ist, den Tunnel mit zu finanzieren, wird das Projekt eine Zukunft haben.“ Demnach hat es nun vermutlich keine mehr!

Die tz erreichte am Montagabend noch das Architekten-Ehepaar Hermann Grub und Petra Lejeune, die ein bisschen als geistige Eltern des Tunnels gelten. „Ich kann mir das gar nicht vorstellen“, sagt Hermann Grub. Der Tunnel ist ja nicht nur ein Verkehrsprojekt, er soll den Englischen Garten wieder vereinen. Denn die Straßen teilen den Park bislang. Ein Tunnel könnte auf dem Haupt bepflanzt werden. Ein Lückenschluss also. Seitens der Bürger jedenfalls gebe es eine wahnsinnige Zustimmung für das Projekt. Und Grub selbst habe von der Obersten Baubehörde gehört, dass der Tunnel Anspruch auf gesetzliche Förderung habe. Zudem stehe demnächst ein Gespräch mit dem Innenminister an. Das mag auch alles so sein. Wenn aber nur aus der Staatskanzlei eine entsprechende Absage kommt, nutzt auch eine Zusage auf einen möglichen Anspruch nichts. Petra Lejeune: „Ich würde das abschließend noch nicht beurteilen.“ Es habe schon öfter kleine Einbrüche gegeben. „Wir werden die Flinte jedenfalls nicht so schnell ins Korn werfen.“

Mögliche weitere Tunnel für München sind ein Dauerthema in der Stadtpolitik. Lesen Sie auch zum Thema:

Englischer Garten: Ist der Parktunnel eine Gefahr für die Wirte?

Welcher Tunnel kommt als nächstes?  

So soll der wiedervereinigte Englische Garten aussehen 

Prioritätenliste beim Tunnelbau - Die Stadt drückt aufs Tempo

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