Schönes Geburtstagsgeschenk

CSU verzichtet für Reiter auf das KVR

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Aus Feinden werden Freunde: CSU-Mann Schmid gratuliert SPD-OB Reiter zum Geburtstag – Schwarz-Rot ist besiegelt! 

München - Feierstimmung im Rathaus: OB Dieter Reiter (SPD) wird 56 Jahre alt und seine neue Regierung steht! Dieser sagte nur: "Ein spektakulärer Geburtstag!"

Eingeladen ist die CSU und Bald-Bürgermeister Josef Schmid (44) bringt die Geschenke – einen guten Tropfen im Namen der Stadt („Können Sie nach den letzten Wochen gebrauchen!“). Und er schenkt Reiter und der SPD sogar das KVR! Die Grünen drängelten sich zwar kurzfristig auf die Gästeliste, kamen aber mit leeren Händen – und verließen die Feier schnell wieder. Reiter sagte nur: „Ein spektakulärer Geburtstag!“

Selten war ein politisches Geschenk wie das KVR so willkommen: Nicht nur Grüne, auch die SPD, Alt-OB Christian Ude und die halbe Stadt hatten Kopf gestanden, weil die CSU das Stadtministerium besetzen sollte. Das Geschenk hat die Wogen geglättet. Dem Entgegenkommen haben am Abend auch die Parteitage von SPD und CSU abgesegnet. Schwarz-Rot steht!

Das ist zumindest die Kurzfassung der langen Geschichte des Verhandelns von Schwarz-Rot – und des Scheiterns der Grünen. Die neue Wendung dürfte an Peinlichkeit kaum zu überbieten sein: Am Wochenende hatte Sabine Nallinger noch einmal den Kontakt gesucht und Reiter „gefühlt zehn Mal“ mit Anrufen und SMS bombardiert. Der OB lud die Grünen für gestern früh ein – und die fielen aus allen Wolken, dass die CSU als bisheriger Partner mit am Tisch saß!

Es kommt noch irrer: Reiter erwartete von den Grünen einen neuen Vorschlag, nachdem die Dreier-Gespräche bereits vergangene Woche gescheitert waren. Die Öko-Partei aber hoffte, dass Reiter nach Udes Watschn-Rede entgegenkommt. Tat er aber nicht. Und so schauten sich alle ratlos an – und standen nach Minuten wieder auf.

Die Grünen fühlen sich ausgetrickst. Wortbruch bei der SPD? Da wird Reiter grantig: „Ich muss im Auftrag der Wähler eine regierungsfähige Mehrheit finden und habe das bis zum Exzess versucht.“ Ohne Ergebnis – zumindest mit den Grünen. „Um die Herausforderungen der Zukunft zu lösen, bleibt dann nur die Zusammenarbeit mit der größten Fraktion im Rathaus.“ Also mit der CSU. „Ich kann mir doch nicht bei Milliarden-Investitionen eine Mehrheit in den Rathaus-Gängen zusammensuchen.“

Den eigentlichen Schlag haben die Grünen gar nicht mitbekommen: Nach der Stippvisite überließ die CSU der SPD auf einmal doch die Besetzung des KVR! Genau wegen dieser Frage war eine schwarz-rot-grüne Kenia-Koalition geplatzt. CSU-Mann Josef Schmid sagt: „Wir haben gemerkt, dass die Frage für viele Menschen eine besondere Bedeutung hat.“ Im Gegenzug bekommt er das Personalreferat. Bei den Ressorts Wirtschaft, Kommunales und Umwelt bleibt es. Die SPD behält: Soziales, Bildung, Kultur, Kämmerei. Morgen will Schwarz-Rot Schmid zum 2. Bürgermeister und Christine Strobl (SPD) zur 3. Bürgermeisterin wählen.

David Costanzo

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