CSU-Vorsitzende würgt Nachbarin

Caroline Winkler soll ihre Nachbarin gewürgt haben.
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Caroline Winkler soll ihre Nachbarin gewürgt haben.

Straßlach-Dingharting - Schwere Vorwürfe gegen Caroline Winkler: Die CSU-Ortsvorsitzende und Gemeinderätin von Straßlach-Dingharting soll ihre Nachbarin bei einem Streit gewürgt und geschlagen haben.

Laut Polizeiprotokoll eskalierte am Donnerstagabend um 20.30 Uhr der Streit in der Dinghartinger Straße im Ortsteil Holzhausen. Die Nachbarin Winklers, die 40-jährige Ilonka E., wollte – nachdem der Dackel der Winklers am Mittag eine ihrer Katzen gebissen hatte – ein klärendes Gespräch mit der CSU-Gemeinderätin suchen. Zusammen mit ihrer 13-jährigen Stieftocher sei sie auf das Anwesen Winklers gekommen. Diese habe aber von der Attacke ihres Hundes nichts wissen wollen und sei über die Vorwürfe der Katzenbesitzerin derart in Rage geraten, dass sie begann, die 40-Jährige zu ohrfeigen und über längere Zeit zu würgen. Daraufhin wurden die Grünwalder Polizei sowie der Notarzt verständigt, der das Opfer ins Krankenhaus Altperlach bringen ließ. E. konnte die Klinik jedoch noch am Abend wieder verlassen.

„Ehe ich mich versah, hatte ich die Faust von Frau Winkler im Gesicht“, erinnert sich Ilonka E. an die schmerzhafte Begegnung mit der 42-Jährigen, die im Juni auch fürs Europaparlament kandidiert hatte. „Diese ganze Geschichte ist einfach nur unfassbar, so etwas ist mir noch nie passiert.“

Nachdem sie Ilonka E. ins Gesicht geschlagen hatte, habe Winkler sie über den Gartenzaun hinweg gewürgt. „Die Male sind deutlich zu erkennen und wurden von der Polizei fotografiert“, sagt das Opfer. „Auch die aufgeplatzte Lippe und die Abschürfungen an der Nase, die vom Faustschlag herrühren.“

Der Lebensgefährte der 40-Jährigen, Stephan V., berichtet außerdem, dass Winkler beim Eintreffen der Polizei Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet habe. „Sie ist nahezu handgreiflich gegenüber den Beamten geworden und hat sich geweigert, ihre Personalien preiszugeben.“ Erst als die Polizei mit Verhaftung drohte, habe sie eingelenkt. Das Paar hat bereits Anzeige wegen Körperverletzung erstattet, außerdem fordert es Schmerzensgeld.

Caroline Winkler dementierte gegenüber dem Münchner Merkur die gegen sie gerichtete Anschuldigung, will „wegen Verleumdung“ sogar rechtliche Schritte einleiten. Winkler bestätigt, dass ihr Dackel die Katze der Nachbarin gejagt hat. Die Frau habe sich dann „auf die Gartenmauer gestellt und unsere Hunde provoziert“, sagt Winkler. „Dann versuchte sie, unsere Gartentür einzudrücken. Als ich mich dagegenstemmte, hat sie mir ins Gesicht geschlagen.“ Winkler habe nach eigenen Aussagen versucht, mit der linken Hand die Gartentür zuzuhalten und mit der rechten Hand die Nachbarin wegzudrücken. „Hier wird das Opfer zum Täter gemacht“, sagt die Gemeinderätin.

Straßlachs Bürgermeister Hans Sienerth kennt Winklers Nachbarn und spricht von „sehr umgänglichen Leuten“. Er könne sich nicht vorstellen, dass diese einen Streit vom Zaun gebrochen haben. Winkler hingegen habe er als Person kennen gelernt, die im Gemeinderat mitunter verbal sehr heftig agiere. Der Rathauschef legt der CSU-Ortsvorsitzenden jetzt nahe, „ihre Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen“. Sienerth kündigte außerdem an, dass er den Fall beim Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde anzeigen wolle. „Das Verhalten von Frau Winkler ist untragbar. Sich so zu benehmen, geht einfach nicht.“

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