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Für mehr Wohnraum - jetzt nimmt sich die CSU Osaka und Stuttgart zum Vorbild

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Von: Sascha Karowski

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Entstehen hier bald Wohnungen? Die CSU kann sich vorstellen, den Raum über dem Ring in Wohnraum umzuwandeln.
Entstehen hier bald Wohnungen? Die CSU kann sich vorstellen, den Raum über dem Ring in Wohnraum umzuwandeln. © Haag

Auf der Suche nach neuem Wohnraum will die CSU einen neuen Weg einschlagen: Gebäude sollen über Straßen errichtet werden. Dieser Plan ruft in anderen Fraktionen kaum Begeisterung hervor.

München - München braucht Wohnungen - aber wo? Weil Flächen knapp werden und nicht jede Wiese zubetoniert werden soll, fordert die CSU nun, Gebäude über Straßen zu errichten. SPD und Grüne reagieren eher skeptisch auf die Idee.

Exemplarisch nennt die CSU Autobahn­enden oder Unterführungen auf dem Mittleren Ring, etwa zwischen der Schenkendorfstraße und dem Biedersteiner Tunnel. Dort stünden Renovierungen an. Im Zuge dieser könnten Wohnprojekte realisiert werden.

Als Vorbilder führt die Fraktion das Gate Tower Building in Osaka, die „Schlange“ in Berlin oder das Messeparkhaus in Stuttgart an. Letzteres ist mit einer Länge von 400 Metern und einer Breite von rund 100 Metern über die Autobahn gebaut worden.

„Wohnen und Verkehr dürfen sich in München nicht ausschließen“

Dorothea Wiepcke (CSU): „Es ist an der Zeit, über neue Wege des Städtebaus nachzudenken. Wir haben ein dichtes Straßennetz. Sollen wir diesen Raum als Verkehrsfläche abstempeln und akzeptieren, dass wir sie nur eindimensional nutzen können?“ Stadtrat Sebastian Schall sagt: „Wir können es uns nicht leisten, Optionen der Wohnraumschaffung nicht in Erwägung zu ziehen. Wohnen und Verkehr dürfen sich in München nicht ausschließen.“

SPD und Grüne würden sich der Prüfung einer solchen Idee nicht verschließen, sind aber insgesamt eher skeptisch. Bettina Messinger (SPD) sagte etwa: „Ich befürchte, dass dadurch nicht allzu viele neue Wohnungen entstehen.“ Kollegin Heide Rieke sieht das ähnlich: „Wo es hinpasst, wäre es einen Versuch wert. Aber es ist zum einen eine Frage des Städtebaus. Und zum anderen muss auch die Traglast eines Tunnels stimmen.“ Grünen-Stadträtin Gülseren Demirel sagt: „Man muss diskutieren, ob das möglich ist und wie so eine Umsetzung ausschauen soll.“ Grundsätzlich aber sei jede Maßnahme sinnvoll, die Flächen spare oder es ermögliche, Gelände multifunktional zu nutzen.

Sascha Karowski

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