Lehren aus Nizza und Barcelona

Wegen Terrorgefahr: CSU will Poller an der Fußgängerzone

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Neben der Wiesn ein gewohntes Bild: Nun will die CSU versenkbare Poller auch an den Zufahrten zur Fußgängerzone einbauen lassen.

Die Terrorgefahr ist in Millionenstädten wie München allgegenwärtig. Die CSU will nun vorbeugen und plädiert deshalb dafür, die Innenstadt mit versenkbaren Pollern abzusichern.

München - Nizza, Berlin, London, Stockholm, Barcelona. In all diesen Städten sind Anschläge mithilfe von Fahrzeugen durchgeführt worden. Die Täter rasten mit Autos oder Lastwagen in Menschenmengen. Die CSU im Münchner Rathaus will einem solchen Anschlagsmuster vorbeugen. Die Fraktion fordert, die Fußgängerzone zwischen Altem Rathaus und Stachus durch temporär versenkbare Poller zu schützen.

Kaufinger- und Neuhauser Straße gehören zu den am meisten frequentierten Einkaufsmeilen der Republik. Die CSU fürchtet nun, dass die Fußgängerzone Ziel eines Anschlages mit einem Fahrzeug werden könnte. Daher sollen Poller an allen Zugängen angebracht werden. Dadurch dass die Zylinder versenkbar sind, soll sichergestellt werden, dass die Geschäfte zu den Lieferzeiten von Lastwagen angefahren werden können.

CSU will sich Beispiel an Salzburg nehmen

Städte wie Salzburg schützten bereits seit Jahren Fußgängerbereiche durch Poller. „Diese sind während der Lieferzeiten versenkt und fahren nach Ablauf der Lieferzeit automatisch hoch“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. „Polizei, Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge und Anwohner können diese bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit wieder versenken, sodass für diese Gruppen kein Nachteil entsteht.“

Solche Poller-Systeme gibt es derweil bereits in München, am Jakobsplatz und an der Theresienwiese. Tatsächlich setzen auch die Betreiber der Allianz Arena nach der Sanierung des Stadions auf Poller. Die etwa 600 Meter lange Esplanade zwischen U-Bahn und Südeingang wird auf zwei Seiten von den Zylindern begrenzt. Ob das System tatsächlich auch an der Fußgängerzone zum Tragen kommt, muss zunächst einmal der Stadtrat entscheiden.

Münchens Innenstadt: Die Grafik zeigt, welcher Bereich zur Sicherheitszone werden soll.

Grüne unterstützen Plan der CSU

Die Grünen würden den Antrag zumindest unterstützen. „Poller beschneiden ja keine Bürgerrechte“, sagt Fraktions-Vize Dominik Krause. „Es ist dann nur eine Kostenfrage. Sollten die Sicherheitsbehörden die Poller aber als sinnvoll erachten, dann sollte man das auch umsetzen.“ Ähnlich klingt SPD-Fraktions-Vize Christian Vorländer: „Ob sich eine Neubewertung hinsichtlich der Notwendigkeit von Pollern ergibt, werden wir mit dem Kreisverwaltungsreferat und der Polizei besprechen. Wir orientieren uns an der Einschätzung der Behörden.“

OB Dieter Reiter (SPD) ließ mitteilen, dass er das KVR bereits vergangene Woche gebeten habe, „mögliche weitere Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise Poller, zu prüfen und mit der Polizei abzustimmen“. Sollten die Poller tatsächlich an die Fußgängerzone kommen, wäre zumindest für die CSU die Diskussion nicht beendet. „Wir haben gesagt, wir fangen jetzt mal mit der Fußgängerzone an“, sagt Fraktionschef Manuel Pretzl. „Dann müssen wir schauen, welche weiteren Orte eventuell noch gesichert werden müssen.“

S. Karowski

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