Dachauer Straße: Wohnungen statt Bundeswehr?

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Wohnungen fehlen dringend in München! 2018 gibt die Bundeswehr einen Teil ihres Areals an der Dachauer Straße auf – kann die Stadt auf den Grund hoffen?

Die Tage sind gezählt: 2018 ist voraussichtlich Schluss mit dem Münchner Bundeswehrgelände an der Dachauer Straße. Jetzt wird über die künftige Nutzung debattiert.

Die Tage sind gezählt: 2018 ist voraussichtlich Schluss mit dem Münchner Bundeswehrgelände an der Dachauer Straße. Das hat jetzt die Bundeswehr erklärt, die im Rahmen der Strukturreform 22 bayerische Standorte schließt. Im Münchner Fall spricht die Bundeswehr von einer „Teilabgabe“.

Gibt es jetzt neue Hoffnung für den Plan, auf diesem Gelände dringend benötigte neue Wohnungen zu bauen?

Es ist ein Hin und Her: Für den ersten Plan der Stadt, das Gelände bei einer erfolgreichen Bewerbung für Olympia 2018 für den Bau der Olympiastadt zu nutzen, sah es seitens der Bundeswehr gut aus. Nach dem Bewerbungs-Aus allerdings hielt der Bund daran fest, kein Areal in München aufzugeben. Und das, obwohl im Oktober 2011 bekannt wurde, dass genau hier an der Dachauer Straße 950 von 2520 Dienstposten gestrichen werden!

„Unser München“: Münchner Stadtteile im Porträt

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Jetzt gibt’s aber doch wieder einen Hoffnungsschimmer: „Mit der neuen Feinstrukturausplanung steht fest, dass zumindest ein Teil des Areals an die Bundesanstalt für Immobilien übergeht – und damit theo­retisch von der Stadt gekauft werden kann“, erklärt eine Sprecherin der Wehrbereichsverwaltung gegenüber der tz. Viel genauer wird die Bundeswehr aber immer noch nicht. Wörtlich heißt es, die Teilabgabe finde „voraussichtlich 2017, abhängig von Baumaßnahmen in München“, statt. Mit dieser schwammigen Formulierung hält sich der Bund weiter offen, wie groß der Teil des Geländes sein wird, der an die Stadt übergehen könnte.

Die Stadt München gibt sich – vielleicht auch aufgrund der bisherigen Erfahrungen – noch zurückhaltend. Im Planungsreferat heißt es, es würden noch keine konkreten Gespräche mit der Bundeswehr laufen. „Auch die jetzige Formulierung ist nur sehr vage und unklar“, sagt Claudia Tausend, Planungssprecherin der SPD-Stadtratsfraktion. „Aber wir würden uns natürlich freuen und hätten einen sehr schönen Wettbewerbsentwurf für das Olympische Dorf in der Tasche, mit dem wir weiter arbeiten könnten.“

nba

Wohnen: So wird's 2017

Wohnungen sind Mangelware in München. Wie schlimm es aber in Zukunft wirklich wird, zeigt jetzt eine Studie des Pestel-Institutes. Demnach fehlen 2017 im Stadtgebiet 68 970 Wohnungen, und im Landkreis werden es 7380 sein!

Einer der Gründe für diese Horror-Prognose sei der mangelnde Neubau von Wohnungen. Der Studie zufolge waren es im vergangenen Jahrzehnt jährlich nur 0,75 Prozent gemessen am gesamten Wohnungsbestand. Aber auch der Bund trage eine Mitschuld, da er sich schrittweise aus der Verantwortung für die Wohnungsbauförderung zurückgezogen habe.

Studienleiter Matthias Günther empfiehlt, neue Anreize zum Bau zu setzen. „Die derzeitige staatliche Förderung reicht nicht aus. Effektiv wäre eine Erhöhung des jährlichen Abschreibungssatzes von 2 auf 4 Prozent.“

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