Auto stürzt in Daglfing auf S-Bahngleis

Fahrer (23): "Ich hatte das Gefühl, wir fliegen"

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Schwierige Bergung: Der mit drei Leuten besetzte Hyundai zerschellte auf dem S-Bahn-Gleis. Die Feuerwehr zog das Auto mit dem Kran zwischen den Drähten der Oberleitung hoch.

Daglfing - Ein mit drei jungen Leuten besetztes Auto stürzt von einer Brücke auf ein S-Bahngleis. Wie durch ein Wunder überleben alle drei. Nun spricht der Fahrerüber den schrecklichen Unfall.

Sascha J.

Plötzlich ein grelles Licht! Sascha J. (23) verliert die Kontrolle über sein Auto, er und seine Freunde werden wild im Wagen hin- und hergeschleudert. Dann hebt der Hyundai ab. „Ich hatte das Gefühl, wir fliegen“, sagt Sascha der tz. „Dann wurde es dunkel. Als ich wieder zu mir kam, war überall an mir Blut - ich weiß gar nicht, von wem …“
Auf der Heimfahrt von einer Geburtstagsfeier sind Sascha J. und seine beiden besten Freunde – die Syrerin Shaveen A. (26) und der Pole Krysztof W. (24) – in der Nacht zu Mittwoch nur um Haaresbreite dem Tod entgangen. Auf der Riemer Straße (Daglfing) kam den drei jungen Leuten um 3 Uhr offenbar ein Auto auf der eigenen Spur entgegen. Sascha riss das Lenkrad nach links. Sein Auto streifte eine Verkehrsinsel, prallte in die Leitplanke und hob ab. Nach 15 Metern schlug der Wagen auf die Böschung auf, stürzte sich mehrfach überschlagend sieben Meter tief ab – auf die Gleise der Bahnstrecke München-Mühldorf. Dort fahren S-Bahnen, Personen- und Güterzüge, auch nachts!

Als Sascha die Augen aufschlägt, liegt Freund Krysztof auf den Gleisen. Und in der Ferne naht ein Zug. In Todesangst ruft Krysztof: „Hilf mir!“ Schon ist der Zug da – und rauscht am Nachbargleis vorbei. Sascha hörte Bremsen kreischen. Der Lokführer hat das Unglücks-Auto gesehen und Feuerwehr und Rettungsdienst gerufen.

Bilder: Auto stürzt auf S-Bahn-Gleise

Bilder: Auto stürzt auf S-Bahn-Gleise

Die drei Freunde waren Mittwoch alle noch im Krankenhaus. Shaveen kam relativ leicht verletzt davon. Sascha steht eine Schulter-OP bevor. Beifahrer Krysztof hat es schlimm erwischt. Milzriss, Hirnblutung, Hüft- und Wirbelfrakturen. Er wurde notoperiert.

Das Auto barg die Berufsfeuerwehr mit dem Kran. Um 5.15 Uhr war die Strecke wieder frei. Trotz allem ist Sascha dankbar: „Ich kann kaum glauben, dass wir alle noch leben!“

Nina Bautz, Sebastian Arbinger, Dorita Plange

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