900 Euro für Trickdieb-Opfer (85)

Danke! tz-Leser spendiert ihr den Urlaub

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tz-Redakteurin Nina Bautz übergibt Helga R. (85) einen Umschlag mit 900 Euro, die ein tz-Leser gespendet hat.

München - Nachdem Helga R. Opfer eines Trickbetrügers wurde, schien ihr Traum von Mallocra gelaufen. Ein tz-Leser zeigte sein großes Herz und schenkte der Dame 900 Euro für ihren Urlaub.

Als Helga R. (85) diesen Briefumschlag öffnet, muss sie sich erst einmal setzen. Ihr steigen Tränen in die Augen. Vor Freude! Ein tz-Leser hat ihr 900 Euro geschenkt. Genau die Summe, die ihr ein Trickdieb in der vergangenen Woche gestohlen hatte. Jetzt kann Helga R. doch in den wohlverdienten Urlaub nach Mallorca fliegen! Die Rentnerin kann vor Rührung kaum sprechen: „Ich kann das noch gar nicht glauben.“

Zur Erinnerung: Am Mittwochnachmittag hatte ein Ganove an der Tür ihrer Zweizimmerwohnung im Hasen­bergl geklingelt. „Er hat gesagt, er sei der Hausmeister. Da ich erst kurz hier wohne, habe ich ihm das geglaubt“, erzählt sie. Der Mann behauptete, sie bekomme Geld fürs Wasser zurück. Er weist sie an, im Bad das Wasser anzudrehen, erst heiß, dann kalt. Als Helga R. wieder zurück ins Wohnzimmer kommt, ist ihr Umschlag, in dem sie das von der kargen Rente abgezwackte und gesparte Geld verwahrt hat, weg. Und der angebliche Hausmeister auch.

„Ich wollte heute schon das Hotel auf Mallorca stornieren, in das ich seit neun Jahren fahre“, sagt die ehemalige Verkäuferin. Heuer nicht gemeinsam mit den Kindern und der Enkelin auf die Insel zu können: Es war eine traurige Vorstellung für Helga R. Dazu kam die Sorge nach dem Trickdiebstahl: „Seit der Gauner hier war, habe ich ständig Angst in meiner Wohnung. Ich fühle mich nicht mehr sicher. Ich kann nachts kaum schlafen und habe Albträume.“ Jetzt auch noch ohne die Unterstützung der Kinder zehn Tage ganz allein in der Wohnung verbringen zu müssen: Diese Aussicht war der Rentnerin ein Graus. „Ich glaube, ich wäre durchgedreht.“

Nun ist aber doch alles anders. Am Sonntag hebt der Flieger nach Mallorca ab – mit Helga R. „Ich glaube, der Abstand wird mir gerade nach dem Vorfall sehr gut tun.“ Das alles machte ein tz-Leser möglich, der die Geschichte von Helga R. am Freitag in der Zeitung gelesen hatte. „Mir hat die Dame so leid getan. Wie kann ein Dieb so dreist sein?“, sagt der Unternehmer, der anonym bleiben will. Er fackelte nicht lange und brachte die 900 Euro zur tz. „Urlaub ist wichtig“, so seine bescheidene Begründung.

Helga R., die durch den Diebstahl fast schon ihr Vertrauen in die Menschen verloren hatte, spürt jetzt wieder ein wenig Hoffnung. „Dass es noch Menschen mit solch einem großen Herzen gibt, rührt mich sehr. Vielen, vielen Dank an den unbekannten Spender. Ich wünsche ihm alles Gute und Gesundheit für sein weiteres Leben.“ Bis zum Urlaub hat Helga R.’s Tochter das Geld jetzt erst einmal verwahrt – man weiß ja nie. Auf Mallorca aber wird die Rentnerin endlich wieder ohne Angst schlafen können. „Und dafür bin ich dem Herren und der tz unendlich dankbar.“

nba/jam

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