Vorsorge kann Leben retten

Darmkrebs! Christines trauriger Tod mit 34

+
Was für ein strahlendes Lächeln: Christine G. (34). Ihr Tod soll nun wenigstens andere dazu bewegen, zur Vorsorge zu gehen.

München - Christine G., Mutter von zwei Kindern, war ein lebensfroher Mensch. Mit nur 34 Jahren ist sie an Darmkrebs verstorben. Leider ist dies kein Einzelfall.

Als Christine G. (34) im Februar in die Praxis von Dr. Albert Eimiller in der Sonnenstraße kam, klagte sie über das, was Ärzte mit „uncharakteristischen Bauchschmerzen“ umschreiben. Aber was sollte schon groß sein: Die junge Frau, Mutter von zwei Kindern (2 und 14 Jahre alt) hatte immer gesund gelebt, war immer fröhlich und voller Optimismus. „Sie hatte nur einen einzigen Fehler gemacht“, so Dr. Albert Eimiller im Rückblick. „Sie war nie bei der Darmkrebsvorsorge.“

Denn so lautete jetzt die Diagnose: Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Eimiller: „Auch die Leber war schon voller Metastasen.“ Der erfahrene Mediziner konnte nicht mehr viel für Christine G. tun, Aber eines schaffte der Darmkrebs-Experte noch zu arrangieren: Am Sterbebett konnte die todkranke Frau ihrem Lebensgefährten noch das Ja-Wort geben!

Es sind solche Schicksale, die Dr. Albert Eimiller regelrecht wütend machen. „Eine kurze, heute sehr sanfte Untersuchung hätte genügt und wir hätten das Leben dieser Frau mit fast 100-prozentiger Sicherheit retten können.“

Das trifft auch auf Thomas F. zu. Der Sportlehrer strotzte nur so vor Kraft und Lebenswillen. Großgewachsen, gutaussehend kam auch er wegen Bauchschmerzen zu Dr. Eimiller. Der kannte ihn von Kindesbeinen an: „Er war mit meiner Tochter im Kindergarten.“ Doch auch für Thomas F. kam leider jede Hilfe zu spät. Nicht einmal sein letzter Wunsch wurde dem Sportlehrer mehr erfüllt. Eimüller: „Er wollte eigentlich heute selbst hier sitzen, um dafür zu werben, unbedingt zur Vorsorge zu gehen. Doch leider ist er vor wenigen Tagen gestorben.“ Jetzt kämpft Eimüller für mehr Vorsorge.

Gehen Sie zur Vorsorge!

Können Sie sich vorstellen, dass jedes Jahr so viele Menschen aus dem Leben scheiden, wie Schwandorf (Oberpfalz), Unterschleißheim und Garmisch-Partenkirchen zusammen Einwohner haben? Jedes Jahr erkranken über 70 000 Menschen an Darmkrebs und rund 28 000 der Betroffenen sterben an dieser Krankheit. Aber fast noch erschreckender ist die Tatsache, dass fast alle gerettet werden könnten, wenn sie nur rechtzeitig zur Darmkrebs-Vorsorge gehen würden! Davon ist jedenfalls Dr. Albert Eimiller (62) überzeugt. Für den Münchner Mediziner, der als Vater der „sanften Endoskopie“ und der mit mittlerweile über 200 000 durchgeführten Endoskopien weltweit zu erfahrensten Experten gehört, ist „jede Darmkrebserkrankung eine Niederlage“. Weil man die Menschen eben – im Gegensatz zu anderen Tumorarten – durch eine Vorsorgeuntersuchung vor der Krankheit bewahren könne.

Fakt ist: Bisher nutzen nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung. Oft, weil sie Angst haben. Doch Eimiller zerstreut alle Bedenken in diese Richtung. „Wir können das heute so sanft und schonend machen, dass mancher Patient anschließend fragt, wann wir eigentlich die Untersuchung machen.“ Zwischen zwölf und 17 Minuten dauert eine Darmspiegelung – es sei denn, man findet Polypen, die entfernt werden müssen.

Wer trotzdem vor der Darmspiegelung zurückscheut, dem empfiehlt Eimiller wenigstens regelmäßig den Stuhl untersuchen zu lassen: „Das ist besser als nichts.“ Außerdem gibt’s die Möglichkeit eine Fotokapsel zu schlucken. Die durchwandert in rund acht Stunden den Körper und liefert dem Arzt einen Film. Allerdings, so Eimiller, sei darauf nicht alles zu erkennen und somit auch nicht jedes Risiko auszuschließen.

Die gesetzlichen Krankassen übernehmen die Kosten für die Vorsorge übrigens erst ab 55. Für Eimiller ein Skandal – zumal bei einer Behandlung Krebsbehandlung Kosten in ganz anderer Höhe entstehen: „Eine Chemotherapie kostet 150 000 Euro im Jahr.“ Zum Vergleich: Eine Darmspiegelung kostete 350 Euro. Eimiller: „Und ich sag’ Ihnen, besser können Sie ihr Geld gar nicht anlegen.“ Vorsorgen ist einfach besser als heilen!

WdP

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Hier ist es in München sicherer geworden - und hier nicht
Hier ist es in München sicherer geworden - und hier nicht

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion