Nostalgie unter der Oberfläche

Darum hängen in Münchens U-Bahnhöfen alte Plakate

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An vielen U-Bahnhöfen Münchens sehen die Fahrgäste momentan alte Plakate

München - In vielen Münchner U-Bahnhöfen sind plötzlich Werbeplakate zu sehen, die zum Teil Jahrzehnte alt sind – doch warum ist das so?

Ausflug in die Vergangenheit: In etlichen Münchner U-Bahnhöfen sind in diesen Tagen Werbeplakate zu sehen, die der ein oder andere Passant noch kennt – von früher. Am Odeonsplatz etwa weist ein Hund auf das neue Busnetz der MVG „ab 12.12.2004“ hin, daneben brüstet sich Franziskaner als Sponsor für Olympia 1994 in Lillehammer.

Manche Plakate sind undatiert, doch einige Anrufe später ist klar: Es geht noch älter. Ein Plakat der Staatlichen Museen stammt aus den 80er-Jahren, erinnert sich die Designerin. Der Entwurf für eine Werbung des Deutschen Museums datiert gar aus dem Jahr 1973. Ist die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) an Neujahr im falschen Jahrzehnt aufgewacht? Oder ist es vielleicht sogar Absicht, eine nostalgische Idee zum Beginn des Jahres?

Beides falsch. „Die Plakatflächen werden sukzessive erneuert“, erklärt Matthias Korte von der MVG. Unterhalb der entfernten Plakatwände kamen dabei die alten Motive zum Vorschein – als netter Nebeneffekt. „Was man im Moment sieht, ist ein Zwischenstadium“, sagt Korte. Die Wände werden in absehbarer Zeit wieder mit aktueller Werbung belegt. Dann seien auch neue Projekte geplant, etwa die Projektion von Werbung an die Wand. „Bis dahin können die Münchner noch ein wenig die Nostalgie genießen.“

Alte Plakate in Münchens U-Bahnhöfen

Diese alten Plakate kamen im Rahmen der Erneuerung der Münchner U-Bahnhöfe zum Vorschein © Klaus Haag
Leicht lädiert, aber noch lesbar: Weißbierwerbung mit einem Skifahrer (ohne Helm!) – daneben ein Hinweis auf Olympia 1994. © Klaus Haag
Kein Anschluss unter dieser Nummer: Das Geschäft „Seiden Reinhard“ gibt es seit rund 15 Jahren nicht mehr. © Klaus Haag
Der Entwurf für dieses Plakat des Deutschen Museums stammt aus dem Jahr 1973. © Klaus Haag
Über ein neues Busnetz durften sich die Münchner 2004 freuen – das MVG-Plakat dazu hat die Jahre überdauert. © Klaus Haag
Diese alten Plakate kamen im Rahmen der Erneuerung der Münchner U-Bahnhöfe zum Vorschein © Klaus Haag
Mehr als 30 Jahre alt dürfte dieses Plakat sein: Die staatlichen Museen wiesen damit in den 80er-Jahren auf eine Grafik-Ausstellung hin. Nun kam die alte Werbung an der Giselastraße zum Vorschein. © Klaus Haag
Diese alten Plakate kamen im Rahmen der Erneuerung der Münchner U-Bahnhöfe zum Vorschein © Klaus Haag
Diese alten Plakate kamen im Rahmen der Erneuerung der Münchner U-Bahnhöfe zum Vorschein © Klaus Haag

Und tatsächlich bringen die alten Motive ein Stück Vergangenheit zurück – wie das Plakat, das für „Seiden Reinhard“ am Dom wirbt. Die Telefonnummer funktioniert nicht mehr, und an der Löwengrube sorgt das Plakat für Schmunzeln: „Den Seiden Reinhard gibt’s schon rund 15 Jahre nicht mehr“, erinnert sich ein Ladeninhaber. „Das Plakat muss also richtig alt sein.“

Ann-Kathrin Gerke

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