Das Vermögen im Sparstrumpf

"Das BRK will unser Geld": Bizarrer Prozess

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Steht ihr das Geld aus dem Treuhand-Fond zu? Isolde R. kämpft am OLG um 125 000 Euro.

München - Bei Geld hört die Freundschaft auf. Im Fall von Isolde R. gilt das auch für die Familie! Sie kämpfte am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht (OLG) um den Nachlass ihres verstorbenen Onkels Max († 92).

Insgesamt geht es um 125.000 Euro, die auf einem Treuhandkonto liegen. Nur: Wem gehört das Geld tatsächlich? Der Fall ist verzwickt: Maximilian R. hatte einst Geld gespart, um seine kranke Schwester Elisabeth († 90) im Alter zu pflegen – beide verstarben aber am 2. Januar 2013.

Rechtmäßiger Erbe ist Bruder Johann (92), der heute aufgrund seiner Demenz aber in einem Mindelheimer Pflegestift lebt. Die drei Senioren lebten bis zum Jahr 2011 in einem gemeinsamen Haus in Mindelheim – die Schlüssel verwaltete Maximilian R.

Der Nachlasspfleger fand in den Räumen des Hauses 141 700 Euro Bargeld – doch keiner wusste, welchem der Geschwister wie viel gehörte – es kam auf das Treuhandkonto.

Johann R. wurde ein gesetzlicher Betreuer zugewiesen, der beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) arbeitet. Und dieser Herr klagt nun gegen Isolde R., die das Geld ebenfalls beansprucht. Die Pflege ihres Großonkels Johann will aber bezahlt werden. Ausreichend Geld steht nach des Ansicht des Betreuers nach zur Verfügung: auf dem Treuhandkonto!

„Das BRK will unser Geld“, sagt Isolde K. „Das ist nicht gerecht.“ Das Landgericht gab ihr in erster Instanz Recht und sprach ihr das Geld zu. Nachdem der Vorsitzende Richter am OLG Wilhelm Schneider andeutete, dass er wohl zugunsten des BRK entscheiden wird, einigte man sich auf einen Vergleich: Isolde R. bekommt an die 50 000 Euro, Johann R. 75 000 Euro.

Andreas Thieme & Nina Gut

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