Was geschah wirklich in der Todesnacht?

Drama vom Gardasee: Angehörige der Getöteten empört über herzlosen Brief der Tatverdächtigen aus München

Gerechtigkeit für Greta und Umberto? Nach dem tragischen Unfalltod des jungen Paares auf dem Gardasee wartet eine ganze Region auf die Entscheidung, die jetzt in München getroffen werden muss.

Gibt das hiesige Oberlandesgericht dem europäischen Haftbefehl statt? Muss der potenzielle Todesfahrer, zurück an den Gardasee und sich verantworten? Die Staatsanwaltschaft vor Ort ermittelt gegen ihn und seinen Reisebegleiter wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung.

Drama vom Gardasee: Tatverdächtige aus München wollen von Crash nichts mitbekommen haben

Die beiden 52-Jährigen sollen in der Nacht des 19. Juni mit ihrer sündteuren Riva-Motoryacht über das kleinere Boot von Umberto Garzarella (37) und Greta Nedrotti (25) gerast sein. Das frisch verliebte Pärchen wurde durch den Propeller schwerst verletzt, überlebte den Horror-Crash* nicht. Davon wollen die Münchner nichts mitbekommen haben. Sie hätten gedacht, ließen sie über ihre Anwälte wissen, über Treibholz gefahren zu sein. Den europäischen Haftbefehl gegen den Fahrer soll die Staatsanwaltschaft nun erlassen haben, weil die Gefahr einer Wiederholung der Tat bestehe – genauso wie ein Fluchtrisiko. Das haben mehrere italienische Medien zuletzt gemeldet.

Spuren des Horror-Unfalls: das zerstörte Boot von Umberto und seiner Greta. Foto rechts: Die Trauerfeier für die junge Frau fand am Freitag statt.

Drama vom Gardasee: Angehörige der Getöteten empört über herzlosen Brief der Tatverdächtigen

Die Gerüchteküche brodelt nun über. So heißt es, der Alkohol-Test*, dem sich der 52-Jährige 15 Stunden nach dem Unfall unterzogen hatte, sei fehlerhaft ausgewertet worden. In Wirklichkeit sei das Ergebnis doch nicht negativ gewesen. Laut der Stampa, einer der größten Tageszeitungen des Landes, habe die Promille-Angabe des Münchners knapp über dem zulässigen Grenzwert gelegen. Wie betrunken der Mann bei dem Unfall gewesen sein könnte, lasse sich leicht ausrechnen. Zeugen hatten sofort berichtet, die beiden Männer schon nachmittags beim Trinken gesehen zu haben – und wie sie zu ihrem Motorboot getorkelt seien.

Gegenüber der tz kann Caterina Braga, die Anwältin von Gretas Familie, die angeblich neuen Erkenntnisse zum Alko-Test allerdings nicht bestätigen. Wohl aber, dass die Familien kurz nach den Beerdigungen ihrer Kinder einen Brief der Tatverdächtigen bekommen haben, den sie als herzlos empfanden. Die Münchner schreiben, sie könnten immer noch in den Spiegel schauen – weil sie nicht bemerkt hätten, was passiert sei. Worte, die die Familien einfach sprachlos machen.*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gabriele Strada/AP/dpa

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