Das steckt hinter dem blutigen Messerangriff vom U-Bahnhof Holzapfelkreuth

Das Eifersuchtsdrama von Großhadern

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Am U-Bahnaufgang Holzapfelkreuth lauerte Lars B. seinem Opfer auf

Lars R. raste vor Eifersucht. Er lauerte deshalb seinem Nebenbuhler Artur Z. (39) an der U-Bahnstation Holzapfelkreuth auf – bewaffnet mit zwei Messern.

Es ist im April vor zwölf Jahren, als Artur Z. Amok läuft. Aus Eifersucht, im Alkoholrausch. Seine Freundin hatte ihm zuvor die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sie will ihn verlassen. Der 27-Jährige dreht durch, packt ein Gewehr. Wie von Sinnen läuft der Reifenmonteur durch Taufkirchen. Er verfolgt ein Pärchen, das von einer Kneipe nach Hause geht. Artur Z. drückt ab. Der Mann und die Frau brechen schwer verletzt zusammen – niedergestreckt von vier Kugeln. Das Gericht weist Arthur Z. später in die Psychiatrie ein. Wegen Schuldunfähigkeit kann er nicht verurteilt werden (tz berichtete).

Lars R.

Zwölf Jahre und 77 Tage später gerät Artur Z. wieder in die Schlagzeilen. Diesmal nicht als Täter, diesmal als Opfer. Wieder ist das Motiv Eifersucht, wieder geht es um eine Frau. Arthur Z., heute 39 und auf dem Weg zur Arbeit, wird am Montagmorgen von Lars R. (29) an der U-Bahnhaltestelle Holzapfelkreuth angegriffen. Er sticht Arthur Z. mit zwei Messern nieder, zielt mit der abgebrochenen Klinge auf die Augen seines Opfers.

Ein Jogger (34), er ist Geschäftsmann, vertreibt den Messerstecher mit Fußtritten gegen den Kopf. Er rettet Artur Z. das Leben. Die Ärzte im Krankenhaus fürchten aber, dass der Münchner sein Augenlicht verliert (tz berichtete). Er kann wohl nie wieder als Kfz-Mechaniker arbeiten können.

Lars R., ein gebürtiger Berliner, sitzt inzwischen in Untersuchungshaft in Stadelheim. Der Jogger hatte ihn verfolgt und einen Streifenwagen zu ihm dirigiert. Die Münchner Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes.

Möglicherweise kann Lars R. für die Bluttat ebenfalls nicht verurteilt werden. Es gibt Anzeichen, dass der junge Mann unter krankhafter Eifersucht leidet. Er soll in psychiatrischer Behandlung gewesen sein.

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29-Jähriger sticht dem Nebenbuhler Auge aus

Er tat’s aus Eifersucht

Täter und Opfer haben sich vor der Tat noch nie gesehen. Die beiden Männer verband nur die Freundschaft zu einer jungen Frau (22). Sie war die Freundin von Lars R. Vor gut einem halben Jahr lernte sie aber Artur Z. kennen. „Sie lächelte ihm immer in der U-Bahn zu“, sagt sein Bruder (49). Die Münchnerin trennte sich von Lars R., traf sich seitdem mit Artur Z., der nur ein paar Straßen weiter in einer betreuten Wohngemeinschaft lebte.

Vor zwei Wochen kehrte die junge Frau wieder zu Lars R. zurück. Artur Z. wollte sich nicht von seiner zweiten Freundin trennen, die in Polen lebt. „Artur konnte sie nicht aufgeben“, sagt sein Bruder.

Weshalb Lars R. am Montagmorgen auf den ehemaligen Geliebten seiner Freundin losging, muss noch geklärt werden. Möglicherweise war das Motiv mehr als nur Eifersucht. Artur Z. soll seine Ex-Freundin misshandelt haben – und Lars R. bestrafte ihn mit der Bluttat.

Jacob Mell

Quelle: tz

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