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Das erste Luxus-Hotel für Hunde

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Das Hunde-Hotel wird der Bayerische Hof für Vierbeiner:  Dr. Thomas Gerteis mit Ebby, Sabine Gerteis mit Tiffy und Michael Grewe mit Fine (von links) wollen eine weltweite Luxus-Hotel-Kette für Tiere gründen.
Das Hunde-Hotel wird der Bayerische Hof für Vierbeiner: Dr. Thomas Gerteis mit Ebby, Sabine Gerteis mit Tiffy und Michael Grewe mit Fine (von links) wollen eine weltweite Luxus-Hotel-Kette für Tiere gründen. © Kurzendörfer

Freising - Darauf hat die Welt gewartet: In Freising eröffnet das erste Fünf-Sterne-Luxus-Hotel für Hunde.

Pro Nacht sind stolze 80 Euro fällig. Doch was gibt es als Gegenleistung für verwöhnte Vierbeiner?

In seinem langen Leben war der Hund schon vieles. Jagdhelfer, Drogenschnüffler, Haustier, bester Freund des Menschen – alles hat er mit sich machen lassen, nie hat er rebelliert. Doch nun soll der Hund auch noch Wellness-Urlaub machen; Herrchen und Frauchen wollen dem felligen Vierbeiner direkt an die Seele. Zumindest ist das der Plan von „Canis Resort“, der nach eigenen Angaben „weltweit ersten Hundehotel-Kette“. Die erste Herberge jener Art eröffnet Mitte Dezember in Freising. Kosten pro Nacht: 80 Euro.

Für diesen Preis verspricht die Firma „Wohlfühl-Luxus für vier Pfoten“, zudem „organisches Wohlfühlambiente“. Der Hund kann bei „Canis Resort“ mal so richtig die Hundeseele baumeln und auf einer 350 Quadratmeter großen Spielwiese den Alltag hinter sich lassen. Hundehalter, die in Urlaub fahren, in die Oper wollen oder einfach mal ein wenig Ruhe brauchen, können ihren Vierbeiner ohne schlechtes Gewissen in Freising abgeben. Auch zugige Hundehütten sind dort passé, genächtigt wird in Dog Lodges (Bauhaus-Stil, 45 Quadratmeter, Decken aus Naturfasern, rutschfeste Liegeflächen).

Konsequenterweise heißt das Tier mit den Pfoten bei „Canis Resort“ auch nicht mehr Hund, sondern wird – direkt nach dem Einchecken – zum „Tierkunden, der sich wohlfühlen muss“, sagt Vorstand Thomas Gerteis. Ein weiteres Resort im Münchner Süden ist in Planung, in ganz Europa sollen identische fünf Sterne Hunde-Hotels entstehen. Gerteis hat den Hunde-Markt bereits beleuchtet. 5,3 Millionen Hunde gebe es in Deutschland, sagt er. „500 000 davon sind unsere potentielle Kunden.“

Es wird deutlich: Nicht jeder Hund ist ein Wohlfühlhund. Der Knackpunkt ist das Portemonnaie des Besitzers: „Unsere Zielgruppe sind Hunde-Haushalte mit einem Einkommen ab 200 000 Euro pro Jahr“, sagt Gerteis, der die Canis Resort AG zusammen mit seiner Schwester Sabine Gereis und dem Hundeexperten Michael Grewe leitet.Ein Hund, der sich dann aber für einen halben Tag, einen ganzen Tage oder sogar eine Woche in Freising einquartieren darf, hat es geschafft – er muss nichts bewachen, nichts fangen, nichts machen.

„Im Garten liegen, in der Sonne dösen oder mit dem Dogsitter auf die Spielwiese gehen – der Hund kann selbst entscheiden“, sagt Sabine Gerteis.

Auch für Problem-Hunde ist im Resort gesorgt. Ein paar Pfunde zu viel sind kein Problem, dann gibt es eben ein spezielles Fitnessprogramm. „Wir kümmern uns auch um dicke, müde Hunde“, sagt Hundeexperte Grewe. Für 800 Euro pro Tag kann auch ein spezielles Hunde-Training, sozusagen zur Charakterstärkung, gebucht werden. Auch Fellpflege ist im Angebot, der Einstiegspreis für Pudel liegt bei 125 Euro.

Fraglich ist allerdings, ob ein Hund, der die heimische Villa bewachen soll, nach drei Wohlfühltagen, noch Lust hat, Einbrecher zu jagen.

Stefan Sessler

Quelle: tz

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