Das ist das fiese K.o.-Tropfen-Paar

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Umarmung im Gerichtssaal: Elvis K. hat seine Frau seit seiner Verhaftung vor 11 Monaten nicht mehr gesehen

München - Elvis K. (33) muss sich vor Gericht verantworten: Er soll sein Opfer betäubt haben, um das Auto rauben zu können. Mit auf der Anklagebank sitzt seit Donnerstag seine Ehefrau Mary (35).

Seinen gebrauchten BMW Z3 wollte Josef M. nur gegen 11.000 Euro in Bar herausrücken. Da konnte der Käufer, der sich als „Michael Schneider“ ausgab, herumreden wie er wollte. Dieser hatte allerdings noch einen Trumpf in der Tasche: K.o.-Tropfen! Diese schüttete Elvis K. (33) seinem Opfer heimlich in den Kaffee, um das Auto rauben zu können. Mit auf der Anklagebank sitzt seit Donnerstag seine Ehefrau Mary (35), die ihn unterstützte.

Mit Schrecken erinnert sich der Autoverkäufer an den 28. Oktober 2009, als ihm dieser „Herr Schneider“ den BMW ohne Bargeld abschwatzen wollte. Er ließ sich dann aber doch breitschlagen, den Kfz-Brief zu holen, um die Daten in den Kaufvertrag einzutragen. Doch kaum nahm Josef M. einige Schlucke von seinem Kaffee, wurde ihm plötzlich schwindlig. Als er am nächsten Morgen wieder erwachte, war ihm speiübel, er musste sich mehrfach übergeben. Die Spätfolgen sind Herz-Schmerzen und nächtliche Schweißausbrüche.

Täter Elvis K. hatte den BMW des Opfers inzwischen weiterverkauft. Ihm legt die Staatsanwaltschaft weitere Straftaten zur Last. So betrog er eine Auto-Verkäuferin, indem er ihr einen Fiat für eine „Anzahlung“ von 300 Euro abschwatzte. Die restlichen 5500 Euro blieb er ihr schuldig. Einem Opfer spiegelte er vor, die vereinbarten 9000 Euro für einen Mercedes würden per „Blitzüberweisung“ aufs Konto bezahlt. Ehefrau Mary K. spielte dabei am Telefon eine Bankangestellte, die den Auftrag bestätigte.

„Die beiden Angeklagten bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Leistungen nach Hartz IV und ergänzen die aus Straftaten erlangten Gelder“, so Staatsanwältin Christiane Serini. Elvis K. („Ich habe Mary mit 17 nach Sinti-Recht geheiratet“) war schon mehrfach im Gefängnis gesessen. Beide legten über ihre Anwälte gestern ein volles Geständnis ab. Der Prozess geht am 23. Februar weiter.

Eberhard Unfried

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