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Das Mord-Rätsel von Planegg: Warum musste die 46-jährige Mutter sterben?

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Von: Nadja Hoffmann

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In Gedenken: Am Haus, in dem die Familie lebte, wurden Blumen und Kerzen abgelegt.
In Gedenken: Am Haus, in dem die Familie lebte, wurden Blumen und Kerzen abgelegt. © Michael Schönwälder

Der Haftbefehl lautet auf Mord, nicht auf Totschlag: Warum am Donnerstag eine 46-jährige Mutter in Planegg sterben musste, ist weiter unklar. Ihr Sohn, der als Tatverdächtiger gilt, leidet laut einem ersten Gutachten nicht unter einer psychiatrischen Erkrankung.

Das Familiendrama von Planegg gibt weiter Rätsel auf – Fragen, die die Ermittlungsbehörden bislang nicht beantworten können. Warum musste am Donnerstag eine 46-Jährige sterben? Als tatverdächtig gilt ihr Sohn: Was brachte den 20-Jährigen dazu, der Mutter den Kopf zu zertrümmern? Klar ist inzwischen nur, dass die Staatsanwaltschaft von Mord und nicht Totschlag ausgeht. Laut Oberstaatsanwältin Anne Leiding sei das Mordmerkmal der Heimtücke gegeben: „Da davon auszugehen ist, dass die Getötete nicht mit einem Angriff rechnete.“ Im Gedenken an die Frau, die im Klinikum ihren schweren Verletzungen erlag, wurden Blumen am Eingang des Mehrfamilienhauses in Planegg abgelegt.

Hintergründe der Bluttat bleiben unklar

Tief sitzt der Schock über das Kapitalverbrechen, zudem es in der beschaulichen Siedlung gekommen ist. Details zu der Bluttat gibt es bislang nicht. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“ – wie es von der Staatsanwaltschaft heißt. Somit bleiben die Hintergründe des Dramas offen. Gab es Familienprobleme? Eskalierte ein Streit? Wo war der Vater? Stand der Tatverdächtige unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen? Und womit schlug er auf den Kopf seiner Mutter ein? Antworten zu diesen Fragen gibt es weiter nicht. Und dann war da noch das Feuer im Keller des Hauses, das Nachbarn gegen 17.45 Uhr bemerkten. Als Rettungskräfte der Feuerwehr die Wohnungen räumten, entdeckten sie die schwer verletzte Frau. Hatte ihr Sohn das Feuer gelegt? Laut Polizeisprecher Werner Kraus laufen die Ermittlungen. „Wir haben aber noch keine Ergebnisse.“

Tatverdächtiger nicht mehr in psychiatrischer Fachklinik

Rund eine Stunde nach dem Feueralarm hatte sich der 20-Jährige bei der Polizei gemeldet und seinen Suizid angekündigt. Später wurde er auf einer Baustelle gefunden, wo er sich von einem 40 Meter hohen Kran stürzen wollte. Nachdem er zunächst in eine Fachklinik kam, ging es am Samstag hinter Gitter. „Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft, da er nach einer ersten gutachterlichen Einschätzung nicht an einer psychiatrischen Erkrankung leidet“, erklärt Oberstaatsanwältin Leiding. „Die Voraussetzungen für eine einstweilige Unterbringung sind damit nicht gegeben.“

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