Patientenakten sollen künftig nur noch in verschlossenen Taschen transportiert werden

Datenskandal: Minister will Aufklärung

Hauner‘sches Kinderspital
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Die Krankenakten stammen vom Hauner‘schen Kinderspital in der Lindwurmstraße.

München - Der Skandal um die Krankenakten, die einfach auf der Straße lagen – er beschäftigt jetzt auch das Wissenschaftsministerium.

Ein Arzt der Haunerschen Kinderklinik hat in der Maistraße eine Plastiktüte mit 16 Krankenakten auf der Straße liegen lassen (tz berichtete)! Ein tz-Leser fand die Akten mit streng vertraulichen Daten und lieferte sie in der Klinik ab.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ist entsetzt über den schlampigen Umgang mit Patientanakten. „Er hat das Klinikum der Universität München gebeten, die Vorgänge zu klären und alle erforderlichen Schritte umgehend in die Wege zu leiten“ so Ministeriums-Sprecher Markus Gnad.

Minister Wolfgang Heubisch

Philipp Kreßirer, Sprecher des LMU-Innenstadtklinikums, zu dem auch die Haunersche Kinderklinik gehört, ist die Sache peinlich: „Wir bedauern den Vorfall außerordentlich, so etwas darf natürlich nicht passieren.“ Dem Arzt, der die Akten auf dem Weg zwischen den Standorten der Haunerschen Kinderklinik in der Maistraße und Lindwurmstraße verloren hatte, tue sein Fehler sehr leid. In den kommenden Tagen werde entschieden, ob der Vorfall dienstrechtliche Konsequenzen für ihn haben werde. Kreßirer weiter: „Wir planen in Zukunft, Patien­tenakten nur noch mit verschließbaren Aktentaschen zwischen unseren einzelnen Häusern zu transportieren.“ Damit soll verhindert werden, dass Unbefugte Einblick in Daten bekommen, falls wieder mal ein wissenschaftlicher Mitarbeiter Akten verlieren sollte …

We.

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