David Hasselhoff: BHs und Slips im Tiefflug

München - David Hasselhoff hat auf seiner Comeback-Tournee Station in München gemacht. Lesen Sie hier die Kritik - und sehen Sie das Video mit seinem größten Hit:

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Trash ist fesch! Drei Stunden lang ließ sich David Hasselhoff, der Tony Marshall vom Baywatch-Strand, im gut gefüllten Deutschen Theater feiern – bei einem Festival der Triebe, gegen das der Ballermann wie ein gesitteter Senioren-Tanztee wirkte. Die Slips und BHs flogen tief wie nie, auf der Tribüne zogen die Jungs blank, long live Rock 'n' Proll! Und „The Hoff“ stakste über die Bühne wie Elvis in der Spätphase, bloß dünner, während die Musik bestürzend an eine Mischung aus Boney M. und Hansi Hinterseer auf Speed erinnerte. Ein perfektes Hasselhoff-Konzert also – so gruselig, dass es schon wieder lustig war. Hossa, The Hoff!

Gesungen wurde dabei schon lange vor dem Konzert. „Wir wollen den David sehen, wir wollen den David sehen“, skandierten die jungen Fans von der Hoff-Fraktion in Badeschlappen und roten Shorts, die Hasselhoff schon vor Jahren als Trash-Ikone entdeckt haben, und als Anlass für engagierte Gerstensaft-Verkostung. Weil Getränke in der Halle aus Angst vor fliegenden Bierbechern streng verboten waren, verbrachten sie längere Teile des Konzerts im Foyer, das noch nie während einer Veranstaltung so gut besucht war.

Hasselhoff, der Johnny Trash aus Malibu, entert die Bühne in schwarzer Lederjacke mit dem von Tony Marshall geborgten „Looking For Freedom“, mit dem er 1989 die Mauer kurz und klein sang. Natürlich ist The Hoff nüchtern, wirkt aber trotzdem, nun ja, etwas vergeistigt, und würdigt mit Mielkes „Ich liebe Euch alle“ gleich nochmal das Thema Mauerfall. In den nächsten Stunden zieht er sich öfter um als Lady Gaga, wirft sich in unvorstellbare Fummel (türkiser Anzug!) – und singt schräge Schlager von „Crazy For You“ bis zum neuen Volksmusik-Stampfer „California Girls“, der sich auf jedem Flori-Silbereisen-Album prächtig machen würde. Und am Schluss natürlich noch einmal „Looking For Freibier“. Pardon: Das muss „Freedom“ heißen.

Jörg Heinrich

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