Debatte um Flugverbot über der Wiesn

München - Zum erstenmal seit dem 11. September ist am Wochenende wieder ein Flugverbot über der Wiesn verhängt worden. Darüber ist in München nun eine Debatte entbrannt.

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Wegen der verschärften Sicherheitslage gilt seit dem vergangenen Freitagabend ein solches Verbot, das Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beim Bund beantragt hatte. Doch in den Jahren zuvor habe sich die Isar-Metropole mit ähnlichen Anträgen stets eine Abfuhr beim Luftfahrtbundesamt eingeholt, wie Münchens Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle am Montag mitteilte. Gründe für die Ablehnung seien nie mitgeteilt worden. "Wir sind da ziemlich abgetropft", sagte Blume-Beyerle. "So werden wir halt behandelt von Bundesbehörden."

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Lediglich nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 sei ein Flugverbot über der Wiesn ausgesprochen worden. Die Stadt hätte das auch in den Jahren danach für sinnvoll gehalten, sei damit aber leider nicht durchgekommen, sagte Blume-Beyerle. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte, dieses Thema müsse man mit Bund nach der diesjährigen Wiesn mal ausführlich besprechen. Allerdings habe es es auch für Münchens großes Fußballstadion - die Allianz-Arena - nur ein einziges Mal, nämlich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, ein Überflug-Verbot gegeben.

Das diesjährige Flugverbot über der Wiesn war wegen der jüngsten Anschlagsdrohungen des Terror-Netzwerks El Kaida gegen Deutschland ausgesprochen worden. Vorangegangen war am vergangenen Donnerstag ein für viele Menschen beängstigender Vorfall: Ein tief über der Festwiese fliegendes Werbeflugzeug hatte für Aufregung bei Besuchern und besorgte Anrufe bei der Polizei gesorgt. Ungeachtet des Verbots flog am Wochenende ein Sportflugzeug über die Wiesn. Der Pilot werde seine Fluglizenz nun wohl vergessen können, sagte Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer.

dpa

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