Baustelle statt Speisesaal

Decke im Blauen Bock macht Zicken

+
Das war mal ein Speisesaal: Während des Frühstücks krachte die Decke runter.

München - Baustelle statt Speisesaal, Staub und Lärm statt Essensdüften und entspannter Atmosphäre. Die tz zeigt zum ersten Mal Bilder aus dem Hotel-Restaurant Blauer Bock, in dem am 14. August die Decke auf Tische und Boden geknallt ist.

Trotz allen Ärgers schaut Küchenchef Hans Jörg Bachmeier tapfer nach vorne: „Wenn wir wieder offen haben, greifen wir voll an!“ In dem Gebäude am Sebastiansplatz gehen die Handwerker ein und aus. Grund: Die statischen Probleme nach dem Deckeneinsturz sind ernster als vermutet. „An einen Normalbetrieb ist nicht zu denken“, bedauert Geschäftsführer Stefan Grosse. Die komplette Decke musste freigelegt werden. „Gott sei Dank können wir unsere Gäste in anderen Lokalitäten versorgen. Für unsere Angestellten ist die Situation aber schwierig.“

Renovierung nach Deckeneinsturz: Bilder aus dem Blauen Block

Renovierung nach Deckeneinsturz: Bilder aus dem Blauen Block

So musste der Blaue Bock seine Küchen- und Restaurantmitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. „Wahrscheinlich können wir erst ab Anfang November wieder öffnen“, bedauern Grosse und Bachmeier. Am besagten Dienstag krachte ein 50 Quadratmeter großer Teil der Deckenverkleidung auf den Boden. Grosse ist zwar über die Komplikationen wenig erfreut. Doch wichtiger für ihn ist, dass die vier verletzten Gäste, die sich Platzwunden und Abschürfungen zuzogen, wieder gesund sind und nicht noch mehr passiert ist. Jetzt warten die beiden Geschäftspartner, dass sie mit dem Wiederaufbau anfangen können. „Wir hoffen, dass die Untersuchungen der Behörden bald abgeschlossen sind. Wir freuen uns auf die Wiedereröffnung und werden unsere Gäste kulinarisch überraschen.“

Derzeit wird ein Gutachten erstellt. Darin soll geklärt werden, wer für den Pfusch verantwortlich ist. „Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts der Baugefährdung und der mehrfachen Körperverletzung“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. 2004 hatten Bachmeier und Grosse den Blauen Bock eröffnet. Sie ahnten nicht, was für eine gefährliche Decke über ihnen schwebte.

Johannes Heininger

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare