Urteil wegen Totschlags

Mutter ertränkt: Acht Jahre Knast für Sohn (65)

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Verurteilt wegen Totschlags: Rudolf K. akzeptierte gestern sein Urteil.

München - Ein Mann, der seine demenzkranke Mutter in der Badewanne ertränkt hatte, ist vom Münchner Schwurgericht zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Die Betreuung der 85-jährigen Karolina B. in ihrem Reihenhaus in Englschalking war dem Angeklagten nach Ansicht des Gerichts über den Kopf gewachsen. „Sie hat ihn als faulen Sack beschimpft“, trug Vorsitzender Richter Norbert Riedmann am Mittwoch vor. Das Verhältnis von Rudolf K. zu ihr sei ambivalent gewesen. Einerseits habe er seine Mutter über alles geliebt, andererseits habe sie ihn ständig beleidigt und sei auch gelegentlich handgreiflich gegen ihren Sohn geworden. Mit zunehmender Demenz sei die betagte Frau immer aggressiver geworden, so der Richter.

„Irgendwann brannten bei dem Angeklagten die Sicherungen durch“, sagte Riedmann. Es war am 29. Oktober 2013. Rudolf K. ließ Wasser in die Wanne ein, seine Mutter stieg hinein. Als er ihr die Haare waschen wollte, wehrte sich Karolina B. „Sie schlug nach mir und schrie, ich sei ein Taugenichts“, hatte der Angeklagte vor Gericht berichtet. Rudolf K. gestand, dass er ihren Kopf unters Wasser drückte. Er ließ sie erst wieder los. „Sie schrie, es war fürchterlich.“ Da hielt er ihr die Nase zu und drückte sie wieder unter Wasser!

War das Mord oder Totschlag? Für Staatsanwältin Nicole Selzam war es ein Mord aus niederen Beweggründen. Sie hatte auf zwölf Jahre Haft plädiert. „Niedere Beweggründe liegen klar nicht vor“, schrieb ihr Richter Riedmann ins Stammbuch. Auch von Heimtücke könne nicht die Rede sein. Von einer Arglosigkeit der Frau könne man nicht sprechen, „wenn sie ihren Sohn als Nichtsnutz bezeichnet und sie ihn schlägt“.

Karolina B. (85†) wurde minutenlang unter Wasser gedrückt.

Das Gericht folgte im Wesentlichen der Argumentation von Verteidigerin Birgit Schwerdt, die auf sieben Jahre wegen Totschlags plädiert hatte. Straferschwerend wertete das Gericht allerdings die Brutalität des Angeklagten. Nach Ansicht des Gerichtsmediziners Prof. Wolfgang Keil hatte das Ertränken der Frau acht bis zehn Minuten gedauert. Norbert Riedmann: „Das ist schon eine erhebliche Zeit!“ Die 85-Jährige musste einen fürchterlichen Todeskampf aushalten.

Rudolf K. nahm noch im Gerichtssaal das Urteil an und ließ sich die Handschellen anlegen und marschierte in Richtung Gefängnis. Staatsanwältin Selzam äußerte sich nicht über eventuelle Rechtsmittel.

Eberhard Unfried

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