Denkmal für Hitler-Attentäter Georg Elser

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Der Schreiner Johann Georg Elser (Archivfoto aus den 30er Jahren).

München - Zum 70. Jahrestag des Hitler-Attentats von 1939 widmet die Stadt München dem Widerstandskämpfer Georg Elser die Kunstinstallation "8. November 1939".

Das von der Frankfurter Künstlerin Silke Wagner geschaffene Denkmal für den kurz vor Kriegende von den Nazis ermordeten Einzelkämpfer und Schreinergesellen soll am kommenden Dienstag (27. Oktober) an dem nach ihm benannten Georg-Elser-Platz enthüllt werden, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Zur Erinnerung an Georg Elser liest am Abend Stefan Hunstein aus dem Verhörprotokoll der Gestapo vom 23. November 1939, das er dramaturgisch zu einer knapp halbstündigen Fassung verdichtete.

Das Denkmal ist eine abstrakte Wandinstallation mit einem Durchmesser von mehr als fünf Metern. Täglich um 21.20 Uhr, dem Zeitpunkt der Bombenexplosion im Bürgerbräukeller, mit der Georg Elser Adolf Hitler und die Führungsspitze der NSDAP töten wollte, werden rote Neonröhren für eine Minute aufleuchten. Das Denkmal wolle damit die Aufmerksamkeit auf diese eine Minute lenken, die der Geschichte des 20. Jahrhunderts eine andere Wendung hätte geben können, wenn Elser mit seinem in monatelanger Arbeit vorbereiteten Attentat erfolgreich gewesen wäre.

Hitler hatte am Tag des Attentats entgegen den Gewohnheiten der vorangegangenen Jahre die Veranstaltung im Bürgerbräukeller zur Erinnerung an den Münchner November-Putsch der Nazis von 1923 vorzeitig verlassen: Wegen Nebels konnte er nicht nach Berlin fliegen, sondern musste mit dem Zug fahren.

Elsers genau ausgetüftelter Plan mit Zeitzünder für die Bombe lief ins Leere. Die Wucht der Explosion riss die Säule auseinander, Decke und Galerie stürzten ein. Sieben Nazis und eine Kellnerin starben. Elser wurde am Abend am Grenzübergang Konstanz festgenommen und schließlich im KZ Dachau auf schriftlichen Befehl von SS-Reichsführer Heinrich Himmler am 9. April 1945 ermordet.

dpa

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