Martin Runge kämpfte sieben Jahre gegen die Magnetbahn

Der glückliche Sieger

Bei einem knallten am Donnerstag die Sektkorken:

Dr. Martin Runge, Diplomkaufmann, Wirtschaftsexperte, grüner Landtagsabgeordneter, erbitterster Gegner der Magnetbahn. Er führte den Protest an und hatte jahrelang viele tausend Stunden Zeit investiert. Er sammelte Material, beauftragte Gutachter und gilt als d e rTransrapid-Experte.

Bereits vor einem Jahr erschütterte der Wirtschaftsfachmann mit einem Gutachten des Büros Vieregg-Rössler die Phalanx der Magnetbahn-Freunde in der Staatsregierung. Ende März 2007 sagte Runge voraus, dass sich die Baukosten für den Transrapid wegen des hohen Anteils an Beton, Stahl und vor allem Kupfer und der exorbitanten Preissteigerungen dieser Materialen von 1,85 auf 2,8 bis 3,4 Milliarden Euro fast verdoppeln würden. Genau diese 3,4 Milliarden Euro nannte jetzt das Transrapid-Konsortium als Baukosten. Martin Runge ein Hellseher? „Nein. Das war eine Punktlandung, die zeigt, dass wir sehr gründlich und seriös gearbeitet haben“, freut sich der Landtagsabgeordnete. Seit das Projekt in Bayern im Jahr 2000 diskutiert wurde, hat Runge dagegen gekämpft: „Ich habe mich als Kaufmann und Wirtschaftsexperte sehr genau mit dem Thema beschäftigt und wusste schnell, dass es ein unsinniges Projekt mit unkalkulierbaren Kosten wird.“

Seit 2000 schrieb Runge 46 Presseinfos, stellte 30 Anträge, 25 schriftliche Anfragen im Landtag und lud zu 14 Pressegesprächen. Und während die SPD und ihr Bayern-Chef Franz Maget jetzt gegen den Transrapid sind, waren sie im Jahr 2000 dafür. Runge: „Für meinen ersten Antrag im Landtag, die Gelder lieber für den Schienennahverkehr auszugeben, stimmte nur die SPD-Abgeordnete Lochner-Fischer, alle anderen, auch Herr Maget, waren für die Magnetbahn.“

K.H. Dix

Quelle: tz

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