Der Moment, der fünf Leben zerstörte

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Ein Großaufgebot an Notärzten kämpfte am Donnerstagnachmittag auf der Rosenheimer Straße um das Leben des kleinen Justin

München - Der kleine Justin (5) ist nach dem Unfall-Drama in Haidhausen in der Klinik gestorben. Er war vor den Augen seiner Mutter und seiner Schwester von einem Auto erfasst worden.

Anwohner haben Blumen und Kerzen an der Unfallstelle abgelegt

Sie legen Blumen nieder, zünden Kerzen an. Immer wieder bleiben Buben, Mädchen und Mütter mit Kindern an jener Stelle stehen, an der Donnerstagnachmittag ein fünfjähriger Bub sein Leben verlor. Sie trauern um den kleinen Justin, den viele von ihnen kannten. „Warum, warum?“, fragen sie. Sie finden keine Antwort.

Der Fünfjährige war am Donnerstagnachmittag über die Rosenheimer Straße gelaufen – und von einem Auto erfasst worden. Vor den Augen seiner Mutter und seiner Schwester. Justin überlebte den Unfall nicht. Er starb Stunden später an schweren Kopfverletzungen. Das Unglück stürzte seine Eltern in tiefe Trauer, Justins Freunde vom Spielplatz sind geschockt.

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Bub läuft vor Auto: tödlich verletzt

Es ist Donnerstag gegen 16.45 Uhr. Die Mutter hat Justin gerade vom Kindergarten abgeholt. Wie jeden Tag. Vor der Kreuzung mit der Pariser Straße trifft sie zwei Freundinnen, sie begrüßen sich, reden kurz. Justin, seine Schwester und ein weiteres Kind tollen um sie herum. Plötzlich rennt Justin über die vierspurige Rosenheimer Straße. Seine Mutter hat keine Chance, ihren kleinen Sohn zurückzuhalten.

Es ist der Moment, der Justins Eltern, die Schwester und einen jungen Autofahrer wahrscheinlich ihr Leben lang nicht mehr loslassen wird. Der Kindergartenbub läuft durch haltende Autos über die Fahrbahn – und direkt vor einen stadtweinwärts fahrenden Renault. Der 19-jährige Fahrer hat keine Zeit zu ­reagieren, Justin läuft ihm vor die Motorhaube.

Das Auto erfasst den Fünfjährigen, der Kleine wird durch die Luft geschleuert, knallt auf die Straße. Der Renault prallt anschließend an eine Ampel und bleibt stehen.

Sofort stürzt die entsetzte Mutter zu ihrem Sohn, andere Passanten eilen ebenfalls herbei, leisten erste Hilfe. Minuten später ist ein Großaufgebot an Sanitätern vor Ort. Sie reanimieren Justin, bringen ihn ins Krankenhaus. Dort kämpfen die Ärzte dann verzweifelt um das Leben des Fünfjährigen. Letztlich vergebens. In den Abenstunden stirbt Justin an seinen schweren Kopfverletzungen. Seine Eltern erleiden einen Nervenzusammenbruch, müssen im Krankenhaus behandelt werden. Auch am Tag nach dem Unfall sind sie zutiefst geschockt, bekommen Beruhigungsmittel. Der junge Autofahrer erleidet ebenfalls einen schweren Schock.

Rund um die Unfallstelle an der Rosenheimer Straße bildeten sich am Donnerstagabend lange Staus. Die Polizei sperrte den Abschnitt zwischen Orleans-und Franziskanerstraße komplett, leitete den Verkehr weiträumig um. Die Kinder rund um den Pariser Platz sind am Freitag in sich gekehrt, kein Lachen schallt vom Spielplatz. Sie sagen: „Justin war unser Freund. Jetzt ist er hoffentlich ein Engel.“

Jacob Mell

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