So wird der neue Domplatz

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Der Blick aus der Fußgängerzone: Neben Hirmer klafft eine Baulücke (siehe Foto unten), die in zwei Jahren die Münchner Bank und Hirmer füllen wollen

München - Der tz verraten der Bauherr Münchner Bank, Augustiner und Hirmer ihre Pläne: So wird der neue Domplatz. "Der Platz gewinnt an Qualität", verspricht Christian Hirmer.

Noch stützen Stahlträger die Fassade am Frauenplatz am Dom, noch klafft eine Lücke in der Augustinerstraße zwischen Fußgängerzone und Liebfrauenkirche, aber das ändert sich! Der tz verraten der Bauherr Münchner Bank, Augustiner und Hirmer ihre Pläne.
„Wir wollen nicht nur etwas für unser Unternehmen tun – sondern auch für München“, sagt Bank-Chef Peter Heinrich. Geld, Gastro, Garderobe: Drei Ur-Münchner Firmen residieren an einem Ur-Münchner Eck. Bald gibt’s Bier aus dem Holzfassl mit Blick auf die Türme.

So verändert München sein Gesicht

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Rückblick: Bis Oktober 2008 hatte die Münchner Bank, mit 148 Jahren die älteste Genossenschaftsbank Bayerns, ihren Sitz am Dom. Der Umzug nach Bogenhausen machte den Weg frei für einen Neubau. Die Stadt genehmigte den Abriss des Trakts in der Augustinerstraße, verlangte aber den Erhalt der Fassade am Frauenplatz.


Der Kompromiss koste Zeit und Geld, sagt der Bank-Chef. Wegen der schlechten Bausubstanz des Nachkriegsbaus muss ein gigantisches Stahlgestell die Fassade wie eine Theaterkulisse halten, damit sie beim Abbruch des dahinter liegenden Gebäudes nicht zusammenfällt.

Zudem überraschte die „Wundertüte Altbau“ die Ingenieure: Erst beim Abriss hätten die Experten erkennen können, dass der Trakt in der Augustinerstraße stärker als gedacht mit dem Hirmer-Haus in der Fußgängerzone zusammenhängt. „Nachdem das Gebäude von Hirmer gewackelt hat, haben wir sofort einen Abbruchstopp verhängt“, sagt Peter Heinrich. Die Arbeit ging ganz sanft mit Mini-Bagger und Presslufthammer weiter und ist fast abgeschlossen. Das Gebäude hinter der Fassade am Frauenplatz soll bis Ende des Jahres am Boden liegen. Mitte 2011 will man den Grundstein legen. Anfang 2013 soll das brandneue, altmünchner Haus fertig sein.

- Die Münchner Bank zieht dann mit ihrer Schalterhalle vom Frauenplatz in die Augustinerstraße – näher an die Fußgängerzone. Im ersten Stock plant das Geldinstitut Büros für die Kundenberatung, im Keller einen Veranstaltungsraum für 200 Personen.

- Für das Haus am Frauenplatz direkt am Dom hat Augustiner den Zuschlag erhalten. Chef Jannik Inselkammer freut sich, mit einem Gasthaus endlich ganz nah an die Wiege der Brauerei rücken zu können – ans ehemalige Augustinerkloster, das heutige Polizeipräsidium zwischen Ettstraße und Dom. Als Gründungsjahr gilt 1328, damit sei man das älteste noch existierende Unternehmen der Stadt. „Wir wollen unserem Ursprung gerecht werden und ein Wirtsgasthaus für Jedermann schaffen“, sagt Inselkammer. 

Kein Nobellokal, keine Pinte: Ähnlich wie im Augustiner in der Fußgängerzone sei eine Zweiteilung geplant. Im Erdgeschoss soll ein Restaurant mit großen Fenstern und vielleicht Stuck-Elementen zum gemütlichen Verweilen einladen. Ein Lichthof führt ins Untergeschoss in die Schwemme. Dort könnte wegen der großen Deckenhöhe auch ein Tonnengewölbe entstehen und Domkeller-Atmosphäre erzeugen. Ausstellungsstücke sollen an die fast 700-jährige Geschichte der Brauerei erinnern. Das Aushängeschild soll eine Freischankfläche sein: Im Schatten des Doms will Augustiner Bier aus dem Holzfass und bayerische Küche servieren – mit Blick auf die fast 100 Meter hohen Türme.

- Hirmer zieht mit Verkaufsflächen wieder in das Haus an der Augustinerstraße. Die Verwaltung des nach eigenen Angaben größte Herrenausstatters zieht in zwei Etagen am Frauenplatz. „Der Platz gewinnt an Qualität“, freut sich Chef Christian Hirmer. In die verbleibenden beiden Etagen zu je 400 Quadratmeter sollen nun keine Luxuswohnungen mehr, sondern Büros kommen.

David Costanzo

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