Asterix-Band zu früh verkauft

"Der Papyrus des Cäsar": Das sagt der Verlag zur Panne

München - "Der Papyrus des Cäsar" soll am Donnerstag erscheinen. Doch der neue Band von Asterix und Obelix landete in München zu früh im Verkauf. Nun sprach der Verlag.

Fans in aller Welt erwarten mit Spannung den neuesten „Asterix“-Band "Der Papyrus des Cäsar". Bislang ist nur der Umschlag bekannt. Am Donnerstag geht das Heft in den Verkauf. So lautet die offizielle Abmachung – und zwar weltweit! Weltweit? Nein, eine unbeugsame Buchhandlung in München hat am Dienstag dem Diktat des Verlags Widerstand geleistet und schmuggelte vorab einige Exemplare auf den Ladentisch. 

Und siehe da: Die spitzbübische Aktion wurde gleich auch publik gemacht – von dem Münchner Journalisten Dorin Popa. Der verbreitete die Nachricht über seinen exklusiven Kauf nämlich über seinen Twitter-Account, verbunden mit der Frage: „Erster?“

Tja, vermutlich war Popa in der Tat einer der wenigen Glücklichen, die das neue Heft "Der Papyrus des Cäsar" schon am Dienstag erstehen konnten. Aufgrund eines Versehens. So jedenfalls interpretierte man beim Egmont Ehapa Verlag in Berlin das Zustandekommen der Panne – und nahm das Ganze dem Ductus des Asterix-Comics folgend mit Humor. „Vielleicht war in München Föhn“, kommentierte Unternehmenssprecherin Thea Schellakowsky. Nach Popas Twitter-Meldung habe man die Buchhandlung – es soll eine kleinere gewesen sein – ausfindig machen können. Das Geschäft habe sofort reagiert und den Band wieder aus dem Sortiment genommen, so Schellakowsky. Man gehe davon aus, dass eine Ladenmitarbeiterin oder ein Mitarbeiter die Asterix-Hefte unwissentlich ausgelegt habe

Denn: „Der Band darf nicht vor dem 22. Oktober im Handel stehen, jeder Buchhändler hat eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen müssen.“ Bei der Buchhandlung in München handele es sich um einen Einzelfall, der Mitarbeiter habe diese Klausel wohl nicht gekannt. „Wir alle sind Menschen, Fehler passieren“, sagte die Verlagssprecherin und fügte lachend an: „Die Geschichte passt ja ganz gut zum Thema des neuen Bandes.“

In dem Comic – es ist das 36. Abenteuer von Asterix und seinem treuen Kumpanen Obelix – steht WikileaksGründer Julian Assange Pate für den politischen Aktivisten „Polemix“, seines Zeichen Investigativjournalist. Er will die gallischen Dorfbewohner über die Vorgänge im Römischen Reich aufklären. Viel mehr ist noch nicht bekannt. 

Der Papyrus des Cäsar: Weltweite Auflage des Asterix-Bandes von vier Millionen

Nur Dorin Popa, der kennt das Heft ja nun schon. Recht viel mehr Exemplare als das seine dürften aber am Dienstag nicht über den Ladentisch gegangen sein, glaubt Thea Schellakowsky. Ist ja auch nicht so wichtig, weil von Donnerstag an liegen dann nicht weniger als vier Millionen Alben weltweit auf. Was Obelix zu der ganzen Posse sagen würde, dürfte indes klar sein: „Die spinnen, die Münchner.“ Eine ausführliche Besprechung des neuen Asterix-Bandes lesen Sie am Donnerstag im Kulturteil unserer Zeitung.

Klaus Vick

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