Startbahn-Gegner marschieren zum 200. Mal

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Schweigemarsch g egen die 3. Startbahn – die Parole der Bahngegner lautet: „Lichterzeichen – 2 Bahnen reichen". Seit 5. November 2007 – dem Tag, an dem das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Startbahn begann – findet die Protestveranstaltung statt. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Freising - Der Freisinger Berufsschullehrer Martin Bauer (56) wohnt dreieinhalb Kilometer vom Flughafen München entfernt. Mit Gleichgesinnten organisiert er jede Woche in Freising einen Protestmarsch gegen die geplante 3. Startbahn.

An diesem Sonntag findet er zum 200. Mal statt. Ein Gespräch.

-Zum 200. Mal ein Lichterzeichen-Marsch - und wie viele haben Sie schon versäumt?

Maximal zehn Veranstaltungen, eher etwas weniger, na sagen wir acht. Sonst sind wir, also meine Frau und ich, immer dabei. Der Marsch gehört einfach zum Sonntag dazu.

-Andere schauen Sportschau oder Lindenstraße, Sie gehen auf die Straße. Warum?

Ja. Lindenstraße interessiert mich nicht. Wir haben den Flughafen hierher bekommen. Das ist eigentlich genug. Eine 3. Startbahn zerstört die Natur und nimmt uns unseren Lebensraum. Jetzt ist Schluss, und das will ich zeigen.

-Bei Wind und Wetter.

Bei Wind und Wetter, Sonne wie Regen. Als wir 2006 anfingen, haben wir Weihnachten pausiert. Das würden wir jetzt nicht mehr machen.

-Wie viele machen denn mit?

Im Durchschnitt sind wir genau 186 Personen, wir führen da ein bisschen Statistik. Mal sind es 70, wenn wir nur durch den Freisinger Stadtteil Lerchenfeld ziehen. Jedes Vierteljahr geht es durch die Stadtmitte, da sind es mehr. Wir hatten auch schon 3000 Teilnehmer am Domberg. Es ist halt eine besondere Form des Protestes, etwas Besinnliches.

-Gibt es Reden?

Nein, es ist ja ein Schweigemarsch, der in der Regel von der evangelischen zur katholischen Kirche führt. Meist ergreift ein Laie am Schluss in der Kirche das Wort, die Gedanken sind frei, es geht es um Umweltzerstörung und die 3. Startbahn.

-Wie ist die Unterstützung durch die Kirche?

Regional vor Ort sehr gut. Die Dekane machen mit, auch unsere Pfarrer in der Stadt und im Landkreis, ebenso die Laienorganisationen.

-Aber?

Na ja, die evangelische Kirche ist traditionsgemäß auch in der Führungssspitze sehr klar gegen die Startbahn eingestellt. Bei der katholischen Kirche gibt es da gewisse Fragezeichen. Weihbischof Haßlberger steht voll auf unserer Seite. Erzbischof Marx hat aber klipp und klar gesagt, dass er sich nicht gegen die 3. Startbahn aussprechen wird. Immerhin gibt es die Zusicherung, dass die katholische Kirche kein kirchliches Grundstück für die 3. Startbahn verkaufen oder tauschen wird. Darauf bauen wir.

-Hand aufs Herz: Sie fliegen doch auch gelegentlich?

Ich? Ich bin noch nie geflogen. Ich liebe meine schöne Stadt, meinen Garten, auch wenn man sich dort bei Inversionswetterlage wegen des Fluglärms kaum unterhalten kann.

200. Schweigemarsch

am Sonntag, 26. September, ab 18 Uhr; Beginn in Attaching.

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