Ihretwegen landete der A380 in München / Kind starb in Klinik

Der tragische Tod der kleinen Tayyaba (9)

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Tayyaba war immer schon zart und für ihr Alter sehr klein gewesen.

München - Schon bei der Zwischenlandung in Dubai/Vereinigte Emirate ging es Tayyaba (9) nicht gut.

Ihr war schlecht und sie hatte Bauchweh. Weil die Kleine aber bereits von Geburt an an Magenproblemen litt und oft über Bauchweh klagte, nahmen Vater Zhaid H. und Cousin Ahmed die Klagen des Kindes zunächst nicht so ernst. Auf dem Direktflug von Dubai nach New York aber verschlechterte sich Tayyabas Zustand dramatisch. Ein Arzt an Bord riet dringend zur Landung.

So kam es, dass der Super-Airbus A 380 der Fluggesellschaft Emirates am Sonntag außerplanmäßig in München landete. So begann ein dramatischer Wettlauf um das Leben eines Kindes. Doch alle ärztliche Kunst kam in diesem Fall zu spät.

Tayyaba war das jüngste von insgesamt drei Kindern der amerikanischen Familie H., die ihre Wurzeln in Karatschi/Pakistan hat. Vater Zhaid arbeitet als IT-Experte an der Coppin State University in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Mit Cousin Ahmed und seiner Jüngsten trat der Vater am Wochenende den langen Heimflug von Karatschi nach New York an. Die Mutter wollte noch eine Weile bleiben. Wie hätte sie ahnen sollen, dass sie ihr kleines Mädchen nie mehr wiedersehen würde …

Vater Zhaid arbeitet als IT-Experte an der Coppin State University in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland.

Tayyaba war immer schon zart und für ihr Alter sehr klein gewesen. Kurz nach dem Start in Dubai musste sich das Kind mehrfach übergeben, verlor innerhalb kurzer Zeit bedrohlich viel Flüssigkeit. Als sie apathisch wurde, fragte eine Stewardess über Bordfunk: „Haben wir einen Arzt an Bord?“ Es sollen sich gleich mehrere gemeldet haben. Einer gab Tayyaba Medikamente aus der Bord-Apotheke. Er empfahl jedoch, möglichst schnell zu landen: „Sie muss in ein Krankenhaus. Ich kann ihr hier nicht helfen,“ sagte er. So kam es, dass das Superflugzeug um 13.11 Uhr mit 480 Passagieren an Bord im Erdinger Moos landete.

Im bereitstehenden Rettungswagen wurde das kleine Mädchen mit Infusionen erstversorgt. Der Notarzt entschied: Die Kleine muss auf dem kürzesten Weg in eine Kinderklinik. Tayyaba war kaum noch ansprechbar, ihr Körper lebensbedrohlich ausgetrocknet. Dehydrierung nennen die Mediziner diesen Zustand.

Die Kleine wurde schnellstens in einen Polizeihubschrauber umgeladen. Auf dem Weg in die Klinik brach der Kreislauf der Neunjährigen zusammen. Noch im Hubschrauber musste sie reanimiert werden. Im Schwabinger Krankenhaus versuchten die Ärzte alles. Doch es war zu spät. Um 19 Uhr war Tayyaba tot.

„Es war eine ganz akute Geschichte, was genau wissen wir noch nicht. In der Luft ist man da machtlos. Aber es war nicht ansteckend“, erklärte der Leitende Oberarzt Peter Freisinger gestern. Flug EK 201 setze seine Reise nach New York gegen 15 Uhr fort.

Vater und der Cousin werden zur Zeit von Khushal Khan (45), Vorsitzender des deutsch-pakistanischen Kulturvereins in München, betreut. Er begleitete die beiden zu Behörden und auch ins Krankenhaus, wo Vater Zhaid gestern Mittag Abschied nahm von seinem Kind. Auch im fernen Pakistan fließen bittere Tränen. Gestern erst konnte Zhaid H. seine Frau dort telefonisch erreichen.

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Heute wird Tayyaba auf dem Westfriedhof nach den Bräuchen des Islam verabschiedet. Erst dann kann das tote Kind nach Baltimore überführt werden.

ebu./dop.

Flughafen stellt keine Rechnung für Landung

Nach der ungeplanten Zwischenlandung des weltgrößten Passagierflugzeugs A380 in München wird der Flughafen keine Rechnung über die Kosten stellen. Das bestätigte ein Sprecher am Montagnachmittag. Grund für den Verzicht sei die tragische Lage, in die die Familie durch die schwere Erkrankung des Kindes gekommen sei. Zunächst hatte der Flughafen nach Angaben des Sprechers erwogen, der Fluggesellschaft eine Rechnung zu präsentieren. Dies sei durchaus üblich, hieß es. Ob diese die Summe dann von der Familie des Kindes zurückgefordert hätte, war dabei zunächst offen geblieben.

Durch den Großeinsatz am Sonntag auf dem Flughafen seien Kosten in fünfstelliger Höhe entstanden.

Quelle: tz

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