Derby-Bilanz: 19 Festnahmen

FCB- und 1860-"Fans": Prügelei an Tram-Haltestelle

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Die Polizei war mit etwa 400 Einsatzkräften vor Ort und hatte einiges zu tun.

München - Die Münchner Polizei war vor, während und nach dem kleinen Derby zwischen 1860 II und Bayern II vielbeschäftigt. Richtig brenzlig wurde es in der Nacht in der Fraunhoferstraße.

Bereits vor dem Derby trafen sich am Mittwoch Nachmittag gegen 17 Uhr laut Pressebericht der Polizei 120 Sechzig-Anhänger am Wettersteinplatz. Dort wurde ein Bengalo gezündet, zudem wurde ein Polizeifahrzeug mit einem unbekannten Gegenstand beworfen. Dabei blieb es aber, es entstand kein Schaden.

Etwa eine Stunde später zogen etwa 300 Fans des TSV 1860 vom Wettersteinplatz in Richtung des Grünwalder Stadions. Während dieses Marsches wurden immer wieder Bengalos gezündet. Als der Mannschaftsbus des FC Bayern die Gruppe passierte, wurde es erstmals brenzlig: Unbekannte warfen Flaschen in Richtung des vorbeifahrenden Busses.

Doch auch die Bayern-Fans sorgten für Ärger: Am Nockherberg versammelten sich an die 500 Fans der Roten, um in Richtung Grünwalder Stadion zu marschieren. Hier wurden ebenfalls während des Marsches Bengalos gezündet.

Randale und Bengalos beim kleinen Derby

Randale und Bengalos beim kleinen Derby

Als die Anhänger des TSV 1860 von dem Marschweg der Bayern-Fans erfuhren, versuchten einige von ihnen, den Roten entgegen zu gehen und die offene Konfrontation zu suchen. Nachdem es einzelnen Gruppen gelungen war, die Route der Bayern-Fans zu kreuzen, kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen. Dabei mussten die Einsatzkräfte ihre Einsatzstöcke zu Hilfe nehmen, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Sechzig gewinnt das Derby: Ticker zum Nachlesen

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Vor dem Stadion griffen die strengen Kontrollen nur teilweise. Zwar konnte einiges an Pyro-Material konfisziert werden, dennoch gelang es zahlreichen "Fans", Bengalos ins Stadioninnere zu schmuggeln und später auch zu zünden. Das Spiel musste sogar schon nach zwei Minuten unterbrochen werden, nachdem Rauchbomben auf das Spielfeld geworfen wurden. Erst nachdem die Löwen-Spieler ihren Anhang beruhigt und die Nebelschaden sich verzogen hatten, konnte das Spiel nach dreiminütiger Unterbrechung fortgesetzt werden. Neben den üblichen Gesängen und Tiraden blieb es während der Partie allerdings ruhig.

Bilder vom "kleinen" Derby im Grünwalder Stadion

Bilder zum "kleinen" Derby im Grünwalder Stadion

Das änderte sich nach dem für die Sechzger siegreichen Spiel. Auf Höhe der Trambahnhaltestelle Fraunhoferstraße trafen gegen 23.45 Uhr 50 Bayern- auf etwa 30 Löwen-Fans, die in einer Tram der Linie 17 saßen. Bei Eintreffen der Tram an der Haltestelle begannen die Fans des FC Bayern gegen die Scheiben der Trambahn zu schlagen, woraus sich eine wüste Schlägerei entwickelte. Dabei ging eine Fensterscheibe der Trambahn zu Bruch.

Insgesamt wurden etwa 400 Polizisten eingesetzt. Wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie das Zünden von pyrotechnischem Material vor und während des Spieles wurden vier Personen festgenommen. Nach dem Spiel wurden insgesamt 15 Personen aufgrund von Körperverletzungsdelikten und Landfriedensbruch festgenommen.

wi/pm

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