Derrick - eine Münchner Erfolgsgeschichte

Sie waren schon ein lässiges Duo: Horst Tappert und Fritz Wepper in der ZDF-Kultserie "Derrick".
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Sie waren schon ein lässiges Duo: Horst Tappert und Fritz Wepper in der ZDF-Kultserie "Derrick".

Horst Tappert hat viele Rollen gespielt – die, für die ihn die Menschen aber am meisten geliebt haben, war zweifelsohne Derrick.

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Die Serie mit Tappert in der Titelrolle, die von 1973–1998 im ZDF lief (insgesamt wurden 281 Folgen gedreht), ist eine der erfolgreichsten Krimiserien der deutschen Fernsehgeschichte überhaupt. Und es ist eine Münchner Erfolgsgeschichte – alle Episoden entstanden hier, spielten hier und wurden von dem Münchner Helmut Ringelmann produziert.

Aber Derrick ist auch eine „Weltserie“. In über 100 Länder wurde die Serie verkauft – so viel wie keine andere Krimiserie.

Die ersten Folgen in Deutschland liefen zunächst sonntags. Erst 1978 rückte der Sendetermin auf den angestammten ZDF-Krimitermin am Freitag um 20.15 Uhr. Die erste Folge schalteten sage und schreibe über 30 Millionen Zuschauer ein – das war die Zeit, in der es noch kein Privatfernsehen und damit keine Konkurrenz zu öffentlich-rechtlichen Sendung gab.

Die ersten Reaktionen waren allerdings vernichtend. Der Drehbuchautor der Geschichten, Herbert Reinecker, und Produzent Helmut Ringelmann hatten die Krimistorys nämlich „umgekehrt“ erzählt: Der Mörder war stets bekannt, und das Publikum schaute den Ermittlern zu, wie sie dem Täter auf die Schliche kamen.

Diese Erzählweise hatte man sich in Amerika abgeschaut. Columbo mit Peter Falk wurde in den 70er Jahren beispielsweise nach diesem Schema inszeniert. Doch was in den USA super ankam, mochte der deutsche Zuschauer (und der deutsche Kritiker) nicht so sehr. Das Publikum deutscher Serien war anderes gewöhnt, und so musste das Konzept der Serie, deren einzelne Folgen ursprünglich auf 90 Minuten angelegt waren, Schritt für Schritt geändert werden. Letztlich passte man sich also den Sehgewohnheiten der Zuschauer hierzulande an – und hatte Erfolg: Nach den anfänglichen Schwierigkeiten stieg die Beliebtheit der Serie bei den Zuschauern in den nächsten Jahren rasant an.

In seiner letzten Episode wurde Derrick zu Europol befördert. Er sagte München „servus“ und ermittelte laut Drehbuch fortan für die europäische Polizeibehörde. Dass das – rein altersmäßig – etwas fernab der Realität war, störte weder die Macher noch die Zuschauer. Zur Abschiedsfeier von seinen Münchner Kollegen kamen damals auch „Kollegen“ aus anderen TV-Krimiserien vorbei: Leo Kress, Gerd Heymann, Axel Richter und Werner Riedmann aus der Serie Der Alte gaben sich mit einem Gastauftritt die Ehre.

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Quelle: tz

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