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Beuerberger und Tölzer beim Singspiel

Deswegen wäscht sich Stefan Murr seit dem Nockherberg nicht mehr die Hände

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Vielsagende Blicke: Der Tölzer Stefan Murr (re.) geht mit Uschi Glas auf Tuchfühlung. 

Das Nockherberg-Singspiel hat bei den beiden Schauspielern aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nachhaltig Eindruck hinterlassen. Und auch Musiker und Komponist Tobias Weber ist sehr glücklich. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach dem Starkbieranstich haben die Singspiel-Schauspieler bis morgens um vier Uhr gefeiert. Ein bisschen ist das Claus Steigenberger anzusehen, als er der Redaktion unserer Zeitung am Donnerstagnachmittag einen Besuch abstattet. Was aber überwiegt: die Zufriedenheit und der Stolz, an so einem besonderen Termin im bayerischen Kalender mitgewirkt zu haben.

Der Nockherberg 2018 war in vielerlei Hinsicht „besonderer“ als die vorherigen. Statt Marcus H. Rosenmüller gestalteten Stefan Betz und Richard Oehmann das Singspiel. „Es hat viel Spaß gemacht mit der neuen Truppe“, sagt der Tölzer Stefan Murr, der diesmal als Indianer für das Vergnügen der Zuschauer sorgte. Das sieht Steigenberger genauso. „Die beiden Regisseure haben uns so gut vorbereitet, dass wir sicher sein konnten, dass auf der Bühne nichts passieren kann“, berichtet der Beuerberger.

Dank dieses Gefühls konnte Steigenberger seinen Auftritt als Totengräber mit Gauland-Gedächtnis-Krawatte um den Hut genießen – trotz Lampenfieber. „Es war schon spannend für mich als Neuling“, gesteht der 59-Jährige. Steigenberger musste (oder durfte) als erster über die Bühne schlurfen. Wenn man das weiß, bleibe die Aufregung natürlich nicht aus. „Aber ohne Lampenfieber wäre es auch seltsam.“ Einen Blick ins Publikum hat der Schauspieler unauffällig gewagt. „Das erlebst du ja nicht oft, dass du die politische Nomenklatur vor dir hast. Ein unglaublicher Eindruck.“

Stefan Murr diesmal kein Politiker

Stefan Murr kennt die Nockherberg-Bühne zur Genüge. Er ist bereits in mehr Rollen als alle anderen geschlüpft – von Karl-Theodor zu Guttenberg über Florian Pronold bis hin zu Alexander Dobrindt. Die aktuelle Politikerlandschaft gab aber einfach keine Figur für Murr her. Traurig, diesmal „nur“ Indianer gewesen zu sein, ist Murr aber nicht. „Da hat die Freude überwogen, dass ich trotzdem definitiv dabei bin“, sagt er am Tag nach dem Starkbieranstich.

Richtig gesehen: Stephan Murr spielt den Toyboy von Uschi Glas - mit vollem Körpereinsatz.

Langweilig war die Rolle als Langhaar-Striezi ohnehin nicht. Wer kann schon von sich behaupten, Uschi Glas an den Po gefasst zu haben. „Ich wasche mir die Hände jetzt nicht mehr“, gibt Murr lachend zu. Da sei ein Jungentraum in Erfüllung gegangen. Der Vorschlag kam aber von Uschi Glas. „Wir haben bei den Proben überlegt, was ist mit den beiden“, erklärt Murr. Als die Idee aufkam, dass er ihr Toyboy sein könnte, habe Glas gesagt, dass er ihr aber dann auch an den Allerwertesten langen müsste. Übrigens: Damit sich der Schauspieler nicht beim „Brunsbieselblädenbiobüllerbü“ nicht verhaspelt, musste er eine Weile üben.

“Es war toll. Wir sind alle ganz glücklich. Es war überwältigend“

Auch die Musik des neuen Singspiels kam bei den Zuschauern – der Bayerische Rundfunk berichtet mit einem Marktanteil von 40,1 Prozent im Freistaat von einer „Traumquote“ – gut an. „Die Musik macht richtig gute Laune“, sagte Uschi Glas. Und Münchens Bürgermeister Dieter Reiter verkündete nach dem Singspiel, dass es ihm musikalisch sehr gut gefallen habe. Komponiert hat sie Tobias Weber, Münchner Musiker und Geretsrieder Musikschullehrer (wir berichteten). Ihm geht das Lob natürlich runter wie Öl. “Es war toll. Wir sind alle ganz glücklich. Es war überwältigend“, sagt er. 

Bis auf die Apanatschi-Musik und ein mexikanisches Volkslied als Lagerfeuer-Begleitung hat Weber alles selbst komponiert. Inspiration gab seine Freundin. „Sie hat mich darauf gebracht, dass die Leder-Ästhetik des Wilden Westens auch ein nach Oberbayern passt“, erklärt er. Und seine Band „Café Unterzucker“ ist ohnehin bekannt für wilden Stilmix - der bayerische Einschlag im musikalischen Wilden Nockherberg-Westen war geboren. 

Die Untermalung der Prügelei in Zeitlupe zwischen Angela Merkel (Antonia von Romatowski) Horst Seehofer (Christoph Zrenner) war eine Herausforderung, sagt Weber. Aber „unsere Theatererfahrung hat uns natürlich geholfen“. Dass eine Mundharmonika im Wilden nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Für Weber durfte aber auch das Banjo nicht fehlen. „Ich wollte damit für einen kleinen Bruch im Schlusslied sorgen, wenn wir in das Prosit übergehen“, erklärt der Komponist.

Murr könnte sich in der Rolle als Sebastian Kurz vorstellen

Die andere Besonderheit – die Ankündigung von Luise Kinseher, das letzte Mal als Mama Bavaria auf dem Nockherberg zu sein – bekamen die Singspiel-Akteure kurz vor ihrem Auftritt mit. Abgelenkt hat sie das nicht, auch wenn die Information für sie unerwartet kam. „Wir haben uns alle fragend angeschaut“, sagt Murr. Sie sei aber „super drauf“ gewesen. „Für Luise war es sicher die richtige Entscheidung.“ Die große Frage sei aber jetzt: „Wie wollen sie diese Lücke füllen?“, so Murr.

Immerhin beim nächsten Singspiel dürfte diese Sorge nicht bestehen. Steigenberger und Murr stehen nächstes Jahr wieder zur Verfügung, versichern die beiden Schauspieler – wenn sie denn gefragt werden. „Ich würde jederzeit wieder mit dem Team arbeiten“, sagt Steigenberger. Und Murr würde auch zum sechsten Mal in eine neue Rolle schlüpfen. „Den österreichischen Kanzler fände ich ganz interessant.“ Ob auch Tobias Weber wieder dabei ist, „wissen wir natürlich noch nicht“, sagt er. „Aber es sieht gut aus.“

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