DB-Hoffnung: ICE-Sprinterzüge

München-Berlin in weniger als vier Stunden

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Sorgenkind: der ICE 3, Typ „Velaro“.

München - Die Deutsche Bahn setzt große Hoffnungen auf die Eröffnung einer neuen Hochgeschwindigkeitstrasse. Ab Ende 2017 sollen ICE-Sprinterzüge zwischen München und Berlin nur noch drei Stunden und 45 Minuten benötigen.

Reguläre Züge mit mehr Zwischenstopps sind mit vier Stunden und 15 Minuten veranschlagt, sagte der Leiter der DB-Fernverkehrssparte, Berthold Huber, in München. Der Gesamtmarktanteil der Bahn im München-Berlin-Verkehr könne ordentlich gesteigert werden und von heute gut 20 Prozent auf bis zu 40 Prozent steigen. Gesamtmarktanteil heißt: Alle Pendler, egal ob Auto, Bus oder Flugzeug, werden erfasst. Ein Gesamtmarktanteil von 40 Prozent gilt unter Verkehrsexperten als Maximum des überhaupt Erreichbaren. Eine derartige Marge hat die Bahn beispielsweise bei der Verbindung Berlin-Hamburg.

Trotz vieler Klagen über Streckenstilllegungen – in Bayern wurde zum Beispiel die Interregioverbindung vom Allgäu nach Oberfranken gestrichen – betrachtet die Bahn den Fernverkehr als Wachstumsmarkt. Seit 1998 gab es einen Zuwachs bei den beförderten Fahrgästen um 14 Prozent. „Der Markt ist absolut für uns“, sagte Huber, schränkte aber ein: „Wir haben die Züge nicht.“ Dringend wartet der Fernverkehrs-Chef auf die Auslieferung von Hochgeschwindigkeitszügen der neuen Generation ICE 3 (Velaro) von Siemens. Doch ein Liefertermin ist wegen Technikproblemen ungeachtet aller Krisengespräche im Verkehrsministerium (das letzte fand am Donnerstag statt) nicht absehbar. Daher hat sich die Bahn von einstigen Planungen, etwa einer Verbindung nach London durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal, bis auf Weiteres verabschiedet. Die Fahrzeug-Knappheit verhindere auch mehr Doppeltraktionen, also zusammengekoppelte ICE-Züge. Die Auslastung im Fernverkehr sei an der Kapazitätsgrenze, räumte Huber ein – vor allem am Freitag und am Sonntag. Trotzdem beharrte er darauf, dass die sogenannte Steherquote gleichbleibend auf relativ niedrigem Niveau verblieben sei.

Blinde testen umgebauten ICE

Blinde testen umgebauten ICE

Durchschnittlich müssen nur 0,9 Prozent der Fahrgäste eines Fernverkehrszuges stehen. In Spitzenzeiten und auf bestimmten Routen, etwa am Freitagnachmittag zwischen Frankfurt und München, sei der Prozentsatz aber weit höher.  

dw

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