Wieder Verspätungen

Bahn-Ärger: Zug nach München bleibt liegen

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Im Bahnhof in Tutzing (Kreis Starnberg) ist am Dienstag im Berufsverkehr ein Zug nach München liegengeblieben (Archivbild).

München - Zweiter Werktag nach dem Fahrplanwechsel der Bahn. Und wieder gab es auf der Strecke Garmisch-Partenkirchen-München Verspätungen. In Tutzing blieb ein Zug liegen.

Es passierte um 8.13 Uhr: Im Tutzinger Bahnhof (Kreis Starnberg) sollte ein Zug mit der RB 59450 von Mittenwald nach München (via Garmisch-Partenkirchen, Weilheim und Pasing) zusammengekoppelt werden. Doch dabei gab es laut einem Bahn-Sprecher "mutmaßlich ein elektronisches Problem", so dass die Pendler nicht mehr weiterkamen. Wie Fahrgäste aus diesem Zug der Online-Redaktion berichteten, konnten sie auch nicht mehr aus dem Waggon aussteigen.

Der Grund laut Bahn: "Der Lokführer hat den Zug mehrfach elektronisch heruntergefahren und wieder hochgefahren, um zu versuchen, ob das Zusammenkoppeln dann klappt." Doch dem war nicht so. Und durch das Herunterfahren des Zuges blieben auch die elektronisch gesteuerten Türen verschlossen. "Nach mehreren vergeblichen Versuchen hat der Lokführer den Fahrgästen dann gesagt, dass sie aussteigen sollen und mit dem nachfolgenden Zug nach München weiterfahren."

Dabei handelte es sich um den RE 59492, der eigentlich nicht in Tutzing hält, aber dort gestoppt wurde, damit die wartenden Pendler mitfahren konnten. Was sich auch auf die Pünktlichkeit dieses Zuges auswirkte. Der sollte laut Fahrplan um 8.46 Uhr am Münchner Hauptbahnhof einfahren, was dann erst um 9.06 Uhr geschah.

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Den in Tutzing liegengebliebene Zug blockierte dann noch das Gleis, was sich auf den nachfolgenden Verkehr auswirkte.  Der Bahn-Sprecher betont: "Für uns ist das natürlich ärgerlich, dass in der Folge im sehr dichten Fahrplan mit Halbstundentakt zwischen München und Garmisch-Partenkirchen ein Rückstau entstand. Dadurch verspäteten sich auch andere Züge auf dieser Strecke. Aber nach etwa eineinhalb Stunden war der Zug abgeschleppt und das Gleis wieder frei."  

Auf der Facebook-Seite des Garmisch-Partenkirchenener Tagblatts schildern einige User das Chaos auf der Strecke. 

Matias Roskos berichtet von den Problemen am Dienstagmorgen auf dem Weg nach München: "Ich war in dem Express, der die liegen Gebliebenen in Tutzing eingesammelt hat. Also extra dort gehalten. Wobei der Zug um 7:22 Uhr aus Garmisch auch mit fast 20 Minuten Verspätung los ist, weil der Gegenzug aus München wiederum massiv Verspätung hatte. Dann Umstieg in Murnau! weil der Express uns dort überholt hat. Alles ein klein wenig chaotisch." 

Bjørn San hat die Schnauze voll vom Pendeln. Er schreibt über die Probleme auf der Strecke GAP - MUC: "Gestern (am Montag; an. d. Red.) 16:56 ab M Hbf. fuhr auf einmal komplett nach Kochel, der nachfolgende Mittenwalder hat nicht etwa die in Tutzing 'Rausgeworfenen' eingesammelt, sondern fuhr durch. Der 5:05 ab Garmisch heute Morgen hatte 50 Minuten Verspätung. Ich hab meine Jahreskarte gekündigt, denn ein weiteres Pendeln per Zug hält mein Nervenkostüm nicht aus."

Sie saßen im liegengebliebenen Zug

Luki Huber saß im Zug, der am Dienstagmorgen in Tutzing liegengeblieben ist. Er berichtet auf Facebook: "Zustieg in Huglfing um 7:39. Erste Schwierigkeiten gab es schon mit dem zögerlichen Einfahren vor Tutzing. Schießlich stand der Zug geschätzte 20 Minuten im Bahnhof bis ein mehr oder weniger freundlicher Bahnangestellter mitteilte, dass auf die S-Bahn ausgewichen werden sollte. Natürlich hat das keiner gemacht sondern wir sind in den nächsten Express Richtung München gestiegen...."

Auch Maria T. saß in diesem Zug. Sie schreibt uns per E-mail: "Ich war heute morgen in dem Zug der in Tutzing liegengeblieben ist! Es war einfach nur nervig! Diese neuen Züge sind gefühlsmäßig die reinsten Bummelzüge und wir sind schon mit Verspätung in Tutzing angekommen.

In Tutzing ging dann gar nichts mehr, der Zug war hin. Nicht mal die Zugtüren gingen auf, der Schaffner musste jede einzeln öffnen. SUUUUUPER neue Züge!

Dann hieß es raus aus dem Zug und auf den nächsten warten! Das war dann Gottseidank ein älteres Modell und es ging zügig nach München. Allerdings eine knappe dreiviertelstunde später als geplant.

Zu allem Ärger kommt hinzu, dass die neuen Züge geringere Kapazitäten haben, als gewohnt. Zu ruhigeren Zeiten mögen die vielleicht ausreichen, aber im Berufsverkehr geht das nicht!  Mein Bruder hat mir berichtet, dass es in einem Zug zu Stoßzeiten so eng war wie in der U-Bahn. Ich frage mich wer das wieder geplant hat!!!

Und dann werden auch noch die Fahrpreise erhöht, dass passt nicht zusammen! Mich nervt auch, dass mein Semesterticket im neuen Expresszug nicht gültig ist, weil dieser nicht in Tutzing hält....Muss man das verstehen?!

Soviel zu dem Ziel der D-Bahn, die Verbindung München-Garmisch zu verbessern!"

Unsere Leserin Bettina Leicher schreibt per E-mail: "Ich und meine Kollegin waren betroffen geht ja schon gut los es nervt immer is die S bahn weg und man kommt zu spät in die Arbeit !!!!"

Verspätungen schon am Montag

Bereits am Montag kam es auf der Strecke zu Verspätungen im Berufsverkehr. Die erklärt der Bahn-Sprecher so: "Um kurz vor 6 Uhr war ein Zug am Mittenwalder Bhanhof nicht startklar. Diese mit Elektronik vollgestopften Züge sind so programmiert, dass sie sich eine Stunde vor Fahrtbeginn automatisch hochfahren. 20 Minuten vor Fahrtbeginn hat der Lokführer gemerkt, dass dies nicht passiert ist und den Zug manuell hochgefahren." Dieser verspätete Zug habe dann auf der Strecke nach München den Verkehr beeinträchtigt, so dass auch andere Züge im Laufe des Berufsverkehrs Verspätung hatten.

Und wie sieht es am morgigen Mittwoch auf dem Weg nach München aus? Auf die Frage, ob wieder Verspätungen im Berufsverkehr zu erwarten seien, antwortet der Bahn-Sprecher: "Die neuen Züge, die zwischen Garmisch-Partenkirchen und München fahren, sind mittlerweile schon ein halbes Jahr im Einsatz. Es ist nicht davon auszugehen, dass es noch viele Überraschungen gibt."

Grundsätzlich betont er: "Wir sind nicht zufrieden mit der Pünktlichkeit am Montag und Dienstag. Und wir arbeiten mit Hochdruck daran, die technischen Probleme zu lösen."

Wenn Sie Probleme bei der Verbindung feststellen, können Sie uns das unter diesem Link schildern.

Auch Pendler in Petershausen (Kreis Dachau) ärgern sich ber Probleme nach dem Fahrplanwechsel.

Zum Chaos ist es nach Einführung der neuen „Flirt“-Züge des Meridian auf den Strecken von München über Rosenheim nach Salzburg und Kufstein gekommen. Für diese Züge ist das Unternehmen Veolia zuständig.

fro

  

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