Statistik der DB

So viele Menschen beschweren sich täglich über die S-Bahn

München - Die S-Bahn in München steht immer wieder in der Kritik: Stammstreckenstörung, Verspätungen und unfreundliche Kontrolleure. Doch wie viele Menschen beschweren sich eigentlich wirklich bei der Bahn über die S-Bahn München?

Bahn-Mitarbeiter haben es zuletzt nicht leicht gehabt. Schließlich hat eine Münchner Bahnkundin vor kurzem mit einem einzigen 

Post auf Facebook

 dafür gesorgt, dass es ziemlich viel Kritik gehagelt hat auf das Verkehrsunternehmen. Sie störte sich insbesondere daran, dass Kontrolleure einer mittellosen Frau einen Bußgeldbescheid über 60 Euro ausgestellt hatten, und das, obwohl die soziale Facebook-Userin der Frau ihr übertragbares Ticket geben wollte. "Dafür habe ich kein Verständnis", schrieb

Anke aus München auf Facebook und erntete dafür inzwischen mehr als 80.000 Likes

.

22:1 - das ist das Verhältnis zwischen Beschwerden und Lob bei der S-Bahn München an einem Tag

Doch bei der Bahn weiß man freilich mit solchen Beschwerden umzugehen. Schließlich beschweren sich laut einer DB-eigenen Statistik pro Tag mehr als 20 Fahrgäste entweder schriftlich oder telefonisch über die S-Bahn in München. Dagegen steht, dass sich jeden Tag ein Kunde meldet, der die S-Bahn lobt.

Die Art der Beschwerde variiert von Monat zu Monat sehr stark

Laut eines Bahnsprechers variiere die Art der Beschwerde sehr stark von Monat zu Monat. Demnach hätten sich die Leute während des Lokführerstreiks freilich über den Streik aufgeregt. Im April und Juni hätten insbesondere Unwetter bezogene Beschwerden an der Spitze gestanden. Andere häufige Beschwerdegründe seien Zugverspätungen, dagegen beschwere sich kaum jemand über Fahrkartenkontrollen.

Generell melden sich Fahrgäste immer weniger bei der Bahn, wenn es um die S-Bahn in München geht. Lag die Zahl der Kundeneingaben vor drei Jahren noch bei rund 28.400, ist sie im Jahr 2014 auf 20.000 gesunken. Und der Trend scheint sich fortzusetzen. Im ersten Halbjahr 2015 meldeten sich rund 11.300 Fahrgäste bei der Bahn. "Den Rückgang der Gesamtzahl der Kundeneingaben, vor allem der Anfragen, kann man mit den immer besseren und vielfältigeren Informationsquellen der S-Bahn München erklären", so der Bahnsprecher.  Schließlich habe die S-Bahn München im Jahr 2013 die App "München Navigator" eingeführt und den Echtzeit-Fahrplan optimiert. Außerdem würden immer mehr Menschen den Streckenagenten nutzen. So lasse sich erklären, "dass die durchschnittlichen Anfragen pro Tag immer weniger werden, während Beschwerden und Lob auf einem etwa gleichen Level geblieben sind".

Tabelle zu Kundeneingaben, Beschwerden und Anfragen, welche die S-Bahn München betreffen

2012 2013 2014
Kundeneingaben pro Jahr insgesamt,
welche die S-Bahn München betreffen
28.400 26.000 20.000
Anfragen pro Tag 55 48 32
Beschwerden pro Tag 25 18 22
Lob pro Tag 1 1 1

Hier ein paar Beschwerden über die S-Bahn München auf Twitter

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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