Deutsche Bank: Kein Vergleich mit Kirch

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Der 2011 verstorbene Leo Kirch.

München - Der mögliche Vergleich zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht am Widerstand der Bank zu scheitern.

  Auf jeden Fall verzögere er sich, berichtet die FAZ. Die SZ zitiert ebenfalls Finanzkreise mit der Aussage, dass die Zustimmung der Bank zu einem Vergleich mit Kirch in Höhe von rund 800 Millionen Euro „so gut wie ausgeschlossen“ sei.

Auch "Der Spiegel" berichtete, im Vorstand der Bank zeichne sich eine klare Mehrheit gegen den Kompromiss ab. Die Manager fürchteten Klagen der Aktionäre. Sprecher der Deutschen Bank und der Erben Kirchs lehnten einen Kommentar ab. Der 2011 gestorbene Kirch und seine Erben hatten die Bank in einer langjährigen Prozessfehde auf Schadenersatz im Milliardenhöhe verklagt. Auslöser war ein TV-Interview mit dem damaligen Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer 2002, in dem Breuer die Kreditwürdigkeit Kirchs anzweifelte. Kirch sah darin den Grund für die Pleite seines Medienimperiums.

Laut "Spiegel" unterstützt aber ein neues, bislang unbekanntes Gutachten die Argumentation der Deutschen Bank, dass nicht Breuers Äußerung der Grund für den Zusammenbruch des Kirch-Imperiums war. Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers kämen zu dem Schluss, dass Kirchs Mediengruppe bereits zum Zeitpunkt der Breuer-Interviews überschuldet war. Den möglichen Vergleich soll laut Medienberichten der scheidende Bank-Chef Josef Ackermann ausgehandelt haben. Er hatte angekündigt, seinen Nachfolgern an der Spitze der Deutschen Bank das Haus „besenrein“ hinterlassen zu wollen.

Die Erledigung der Altlast Kirch würde zu diesem Versprechen passen. Die Deutsche Bank ist in einer Zwickmühle, da sie bei einem millionenschweren Kompromiss auch Breuer in Regress nehmen könnte. Das Geldinstitut könne jedoch nicht mit den Kirch-Erben einen „Vergleich zulasten Breuers“ schließen, zitierte die SZ einen ungenannten Deutsche-Bank-Manager.

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