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Protest-Foto spontan beschlossen: Wortwechsel in DFB-Kabine gab den Ausschlag – „Was willst du von mir?“

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DFB-Team bei der WM
Das DFB-Team hat sich vor dem Japan-Spiel zu einer Protestaktion entschlossen. © Imago/Colorsport

Bei der WM-Auftaktpartie gegen Japan setzte die DFB-Elf ein medienwirksames Zeichen. Wie sich tz.de-Kolumnist Flaucherfranzl die Vorabbesprechung in der Kabine vorstellt.

Manuel Neuer: Männer, die ganze Welt schaut heute auf uns. Die One-Love-Binde darf ich nicht tragen, aber wir müssen trotzdem ein Zeichen setzen. Hat irgendjemand Ideen?

Kai Havertz: Schade, dass der Hansi Mats nicht mitgenommen hat. Vor dem Spiel hätte der vielleicht eine Instagram-Story drehen können. Der kennt Wörter, die ich noch nie gehört habe. Wäre auch gut gewesen für unsere Authentizifika ... ach, ihr wisst schon.

Niklas Süle: Ja, Hummels ist schon richtig stabil. Ich folg‘ seiner Ex, die ist immer noch ein heftiges Brett.

Neuer: Niklas, das tut doch jetzt gar nichts zur Sache. Und du, Youssoufa, willst dich auch nicht konstruktiv beteiligen, oder?

BVB-Youngster Youssoufa Moukoko setzt gerade überdimensionale Kopfhörer auf und will sich seinem TikTok-Feed zuwenden, als ihn der DFB-Kapitän in die Pflicht nimmt.

Youssoufa Moukoko: Bro, ich war sechs, als sie das Turnier nach Katar vergeben haben. Was willst du von mir?

WM in Katar: One-Love-Binde verboten – DFB-Team beriet über Hymnen-Boykott

Thomas Müller: Er hat schon recht. Das müssen wir als alte Hasen regeln. Wie wär‘s, wenn wir einfach die Nationalhymne nicht mitsingen?

Süle: Gute Idee! So wie Irak, meinst du?

Serge Gnabry: Niki, das waren die Iraner, die bei der Hymne geschwiegen haben. Aber ne, das können wir nicht bringen. Wenn wir das machen, will der Söder sofort mit mir facetimen.

Müller: Was hat denn der Söder damit zu tun?

Gnabry: Jungs, ich sag‘s euch. Er, Leroy (Sané, d. Red.) und ich haben dieses Jahr einmal richtig zerfetzt auf der Wiesn. ,Wir in Bayern sind halt noch Ehrenmänner und stehen zu unseren Werten’, hat er den ganzen Abend rumposaunt. Der schickt jetzt immer Fotos von seinem Mittagessen und will demnächst einen Tisch im P1 klarmachen. Bestimmt wäre er total enttäuscht, wenn wir nicht singen.

Joshua Kimmich: Puuh, wo ist eigentlich Leon (Goretzka, d. Red.), wenn man ihn mal braucht. Hört der schon wieder Podcast?

David Raum: Stimmt, Leon ist doch unser Klassensprecher. Der soll sich mal kümmern. Er macht ja auch immer voll auf ‚Fußballer mit Tiefgang‘ und so.

Protest-Aktion bei Deutschland-Japan: „Einfach mit Regenbogen-Armband spielen?“

Leroy Sané: Wollen wir nicht einfach mit Regenbogen-Armband spielen?

Raum: Armband, Digga? Wie soll man das denn erkennen? Schau mich mal an; ich bin von oben bis unten zutätowiert.

Der sehnlichst erwartete Goretzka und Frankfurts Torhüter Kevin Trapp betreten die Kabine – frisch geduscht und voller Tatendrang.

Kevin Trapp: Boys, hat jemand meine Bodylotion gesehen? Youssoufa, ein letztes Mal: Nimm endlich dein eigenes Duschgel mit, du bist 18 Jahre alt.

„Haltet einfach die Fresse heute Abend“: DFB-Protest bei Katar-WM spontan in Kabine beschlossen

Leon Goretzka: Werte Kollegen, bezüglich der von uns erwarteten Reaktion auf das Gebaren der nach Gutsherrenart agierenden FIFA-Bosse habe ich das Für und Wider abgewägt und komme zu dem Entschluss ...

Kimmich: Leon, sei mal kurz leise. Da lauscht doch jemand an der Tür. Bestimmt wollen die Japaner unsere Aktion kopieren.

Bayern-Star Kimmich verlässt die Kabine und kehrt kurz darauf mit dem heftig umstrittenen FIFA-Präsidenten im Schlepptau zurück.

Gianni Infantino: Ganz ehrlich, Jungs: Das kann man sich ja nicht anhören, was ihr da redet. Haltet doch einfach die Fresse heute Abend.

Und das nahmen Hansis Jungs dann beim Mannschaftsfoto vor dem Japan-Spiel wörtlich ...

Flaucherfranzl auf tz.de

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