Sie wollen es erst am Sonntag räumen

DGB-Haus: Asylbewerber bleiben bis zur Wahl

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Ein Kamerateam interviewt für den BR die Asylbewerber, die noch bis Sonntag im DGB-Haus campieren wollen. Ob der DGB das zulässt, ist bislang offen.

München - Die Asylbewerber haben alle Angebote des DGB, der sie in Hotels oder einem Jugendzeltlager unterbringen wollte, abgelehnt. Sie wollen bis zum 15. September bleiben.

Tag sieben des Asyldramas im DGB-Haus. Seit vergangenen Dienstag lagern rund 45 Asylbewerber aus ganz Bayern im Keller, weil sie die sofortige Anerkennung aller Asylbewerber, Reisefreiheit, die Abschaffung der Essenspakete sowie Arbeitserlaubnisse fordern.

Die Asylbewerber, die von deutschen Aktivisten und Flüchtlingen ohne Reisebeschränkung unterstützt werden, haben alle Angebote des DGB, der sie in Hotels oder einem Jugendzeltlager unterbringen wollte, abgelehnt. Montag erklärte ihr Sprecher Ghlam Vali: „Wir verlassen das DGB-Haus am 15. September, das ist sicher.“ Sie bleiben also bis zur Landtagswahl.

Für Mittwoch hat die Aktivistin Hanna Stahl, die bereits die Demo am vergangenen Dienstag angemeldet hatte, eine neue Kundgebung angemeldet, das Motto: „Demonstration für den Frieden“. Die Aktivisten wollen vom DGB-Haus an quer durch die Innenstadt zur Staatskanzlei, zum Innenministerium und zurück ziehen. Die Asylbewerber ohne Reisefreiheit werden dabei das DGB-Haus voraussichtlich nicht verlassen.

Bayerns DGB-Chef Matthias Jena erklärte am Montag: „Wir haben den Eindruck gewonnen, in erster Linie nicht mit aktuellen Asylbewerbern zu sprechen, sondern mit politischen Aktivisten, um deren eigene individuelle Situation es hier zurzeit gar nicht geht.“ Deren Strategie lege es auf eine Eskalation an. Jena weiter: „Dieser Sachverhalt ist von uns eigentlich nicht hinnehmbar. Wir können und wollen uns aus unseren politischen und humanitären Grundüberzeugungen heraus aber nicht so verhalten, dass wir den Asylsuchenden schaden.“ Darum beschloss der DGB Montag, dass die Asylbewerber tatsächlich noch bis Sonntag bleiben dürfen.

Johannes Welte

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