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DHL-Drama um Neu-Münchner: Sein Konfirmationsgeschenk kam nie an

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Von: Lukas Schierlinger

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DHL-Paket kommt nicht an
Maximilian S. wartete vergeblich auf ein DHL-Paket mit seinem Konfirmationsgeschenk. © imago/privat

Ein DHL-Paket, das ihn in München erreichen sollte, verschwand spurlos. Maximilian S. ist enttäuscht, auch über die „Wiedergutmachung“ des Konzerns.

München - „Wir bedauern die dem Kunden entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagt Dieter Nawrath von der DHL-Pressestelle. Nüchterne Worte, die Maximilian S. verbittert zurücklassen. Für sein Masterstudium ist der 33-Jährige von Leipzig nach München gezogen. Im Juli 2021 will er sich ein paar Habseligkeiten in die Isar-Metropole schicken lassen. Sein ehemaliger Mitbewohner gibt das Paket in Leipzig auf. Ihn München kommt es nie an.

DHL-Paket auf dem Weg nach München verschwunden: „Schon sehr traurig“

Zwei „relativ teure“ Wanderschuhe, eine Bettlampe, Bettlaken und eine Fahrradpumpe hatte S. eingepackt. Und nicht zuletzt sein Konfirmationsgeschenk. „Dass das verschwunden ist, war schon sehr traurig“, sagt der 33-Jährige. Seine E-Gitarre hatte ihn schließlich schon seit Teenagerzeiten begleitet.

E-Gitarre
Dieses Foto zeigt den inzwischen volljährigen Neffen des Neu-Münchners mit der verschwundenen E-Gitarre. © privat

Was S. ärgert: Bis sich die DHL ernsthaft mit seinem Anliegen auseinandersetzt, vergeht einige Zeit. „Ich habe einen Nachforschungsauftrag gestellt, aber erst durch mehrere Anrufe erfahren, dass dieser nicht im System sei“, berichtet der 33-Jährige.

Erst als er sein Anliegen noch einmal explizit schriftlich schildert, sei Bewegung in die Sache gekommen. „Die Bearbeitungsdauer erklärt sich beispielsweise durch fehlende Unterlagen oder zwingend notwendige Recherchen unsererseits“, erläutert DHL-Sprecher Nawrath.

München: DHL-Sprecher erklärt, wie Pauschale für Paketverlust zustande kommt

Im Oktober 2021 trudelt schließlich ein Schreiben beim Master-Studenten ein. „Beim Transport Ihrer Sendung ist ein Schaden entstanden - das tut uns leid. Diesen Schaden möchten wir gerne ersetzen“, ist zu lesen. Insgesamt 66,49 Euro bekommt S. gutgeschrieben - das Sendungsentgelt zusammen mit einer Pauschale von 50 Euro.

„Die Erstattungssumme von 50 € + Versand ergibt sich stets, wenn der Kunde keine oder keine passenden Wertnachweise eingereicht hat“, verteidigt sich der Konzernsprecher. Man könne die Enttäuschung des Neu-Münchners aber natürlich nachvollziehen: „Insbesondere, weil es sich wohl um Gegenstände mit emotionaler Bedeutung handelt.“

S. selbst schätzt den Wert seiner Habseligkeiten auf etwa 500 Euro. Schwerer dürfte für ihn aber der persönliche Verlust wiegen. (lks)

DHL-Boten bekommen normalerweise viel Schimpfe ab - insofern ist die Entdeckung sehr erfrischend, die ein Paket-Austräger in München gemacht hat - und veröffentlichte.

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