"Die Diskussion ist ein gesunder Prozess"

So soll das Spaladin aussehen: Ein Wellness-Tempel mit 22 000 Quadratmetern.

Geretsried - Er plant, den Orient nach Geretsried zu bringen: 100 Millionen Euro will der saudische Geschäftsmann Adnan Zainy (54) in die Luxus-Wellness-Oase „Spaladin“ investieren.

Doch es gibt Kritik. Am 10.  August soll deshalb ein Bürgerentscheid über das Projekt entscheiden. Jetzt meldet sich Adnan Zainy erstmals persönlich dazu zu Wort – schriftlich und über den künftigen Geschäftsführer des „Spaladin“, weil er als weltweiter Investor ein vielbeschäftigter Mann ist.

Seine Exzellenz Scheich Adnan, Ihre Firma Caprivé will vor den Toren der Stadt Geretsried das größte Day-Spa der Welt bauen. Wie sind Sie auf diesen Standort gekommen?

Adnan Zainy:Ich würde gerne betonen, dass das Projekt Spaladin auf keinen Fall das weltgrößte Day-Spa ist, und ich glaube nicht, dass dies von den Investoren oder durch die Betreibergesellschaft jemals so dargestellt worden ist (eine entsprechende Medieninformation stammt vom österreichischen Architekturbüro Schletterer Wellness & Spa Design, Anm. d. Red.). Von dem Projekt habe ich durch unseren Wellness-, Spa- und Fitness-Berater Newmen Consulting GmbH und deren Geschäftsführer Andreas Neumann erfahren. Noch eine Kleinigkeit: Künftig können sie mich gerne direkt mit Herr Adnan Zainy ansprechen.

Waren Sie bereits in Geretsried und welchen Eindruck haben Sie?

Adnan Zainy: Ich habe den zukünftigen Standort der Anlage besucht. Außerdem war ich schon mehrmals in Bayern und der Region südlich von München. Ich genieße die alpine Landschaft mit ihren Seen und der grünen Umgebung ganz außerordentlich.

Können Sie uns bitte mehr über sich und Ihre Familie sowie Ihre geschäftlichen Tätigkeiten sagen?

Adnan Zainy: Ich habe drei Kinder, die in England studieren, wo ich einen Großteil meiner Zeit verbringe. Ich habe ein BA (Business Administration) im Fachgebiet Wirtschaft aus England sowie ein MBA (Master of Business Administration) aus den USA. Ich verfolge internationale Investment-Möglichkeiten, vorwiegend im Agrarsektor, bevorzugt aber auch im Bereich Bioprodukte und der Wellnessbranche.

Am 10. August entscheiden die Geretsrieder in einem Bürgerentscheid, ob die Bauleitplanung für das Spaladin fortgesetzt wird. Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie die Diskussion?

Adnan Zainy:Insgesamt empfinde ich die derzeit in Geretsried stattfindende Diskussion als einen gesunden Prozess, denn letztlich entscheiden die Menschen über die Zukunft ihrer Stadt. Ich denke, es wird einem solchen Projekt gut tun, von jedem Bürger, mittels einer Wahl, akzeptiert zu werden.

Unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids: Würden Sie nach den bisherigen Erfahrungen noch einmal am Standort Deutschland investieren?

Adnan Zainy: Lassen Sie uns erst dieses Projekt abschließen, bevor wir über das nächste nachdenken. Aber generell ist Deutschland ein wirtschaftliches Kraftpaket und kann als solches von keinem internationalen Investor ignoriert werden.

Für den Fall, dass das Projekt im Bürgerentscheid scheitert: Haben Sie vor, das Spaladin an einem anderen Standort zu bauen?

Adnan Zainy: Wir sind guter Hoffnung, die Wahl zu gewinnen. Unsere Suche nach alternativen Standorten wird maßgeblich davon abhängen, wie viel Unterstützung wir vorab erhalten.

Falls das Projekt durchgeht: Werden wir Sie zur Eröffnung oder gar als regelmäßigen Besucher in der Wellnessanlage sehen?

Adnan Zainy:Ich werde sicherlich am Eröffnungstag zugegen sein und werde das Spaladin besuchen, wann immer ich in Bayern bin.

Interview: Sabine Schörner

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Verkehrsinfarkt! Anwohner in beschaulichen Vierteln verzweifelt - die Stadt bekommt nichts mit
Verkehrsinfarkt! Anwohner in beschaulichen Vierteln verzweifelt - die Stadt bekommt nichts mit
Münchner Polizei stoppt Hochzeitskorso mit 70 Fahrzeugen - einige Teilnehmer bleiben uneinsichtig
Münchner Polizei stoppt Hochzeitskorso mit 70 Fahrzeugen - einige Teilnehmer bleiben uneinsichtig
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt Entwarnung
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt Entwarnung
Alarm in München: Exotisches, gefährliches Tier nun auch im Stadtgebiet unterwegs
Alarm in München: Exotisches, gefährliches Tier nun auch im Stadtgebiet unterwegs

Kommentare