Stadt verzögert seit Monaten den Bau von 200 Wohnungen

Die Geisterbaustelle von Giesing

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Die Baustelle am Giesinger Bahnhof. Im Hintergrund der Rohbau für das Ärztehaus, das heuer fertig wird.

Die Wohnungsnot in München ist so groß wie selten zuvor. Vor allem Wohnungen für niedrigere und mittlere Einkommen sind derzeit in München absolute Mangelware.

Genau 200 solche Wohnungen sollen am Giesinger Bahnhof entstehen. Doch der Bauherr wartet seit über einem Jahr verzweifelt auf einen neuen Bebauungsplan für das Gelände.

Seit zwei Jahren wird am Giesinger Bahnhof eifrig gebaut. Dort entstanden bereits ein neues Seniorenstift, ein großes Lagergebäude, in dem man sich einen Speicher mieten kann, ein Ärztehaus steht bereits im Rohbau und soll heuer fertig werden.

Zwischen den Neubauten klafft eine 300 Meter breite Lücke, in der ein Wohngebiet entstehen soll. Doch in Giesing wundert man sich, wieso diese Baustelle immer noch brach liegt und wo die neuen Nachbarn bleiben. So lange die Wohnhäuser nicht stehen, kann auch die geplante Grünanlage nicht fertig gestellt werden.

Die Münchner Immobilienfirma Investa entwickelt auf den ehemaligen Gewerbegrundstücken entlang des Bahngleises ein Wohngebiet mit 14.400 Quadratmetern Bruttogeschossfläche – das sind rund 200 Wohnungen.

„Die Wohnungen sollen im geförderten Wohnungsbau entstehen sowie im mittleren Preissegment im freien Wohnungsbau“, erklärt Moritz Solms von der Investa. Das Probelm an der Sache ist: Es gibt bislang keinen Bebauungsplan, ohne den der Bauherr aber keinen Bauantrag stellen kann.

Solms: „Wir hatten ursprünglich auf dem Gelände Gewerbe geplant, es gab deshalb einen ersten Bebauungsplan, der Anfang des Jahrzehnts erstellt wurde.“ Wegen des erhöhten Bedarfes an Wohnungen entschied sich die Firma dann, Wohnungen auf dem Grundstück zu bauen. Anfang 2005 wurde ein neuer Bebauungsplan beantragt. Solms: „Wir warten dringend auf den neuen Bebauungsplan, wir stehen in den Startlöchern. Doch die Firmen, die auf dem Grundstück die Wohnhäuser bauen wollen, können nicht anfangen.“

Das Stadtplanungsamt gibt dem Investor die Schuld. „Es gab im vergangenen Jahr Änderungswünsche der Investoren. Das ergab wiederum neuen Prüfungsbedarf und bedeutet somit Verzögerungen“, so der Sprecher des Planungsreferates, Thorsten Vogel.

Solms: „Die Veränderungen haben wir schon voriges Jahr beantragt und sie sind nur marginal.“ Aber vielleicht gibt es doch ein baldiges Happy End. Vogel: „Der neue Bebauungsplan wird voraussichtlich gleich nach der Sommerpause dem Stadtrat zur Billigung vorgelegt.“

Quelle: tz

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