Mitgliederstrom für die Ökopartei

Die grüne Welle: Grünen-Chefin im Stadtrat will OB werden

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Katrin Habenschaden: Die Grünen-Chefin im Stadtrat will OB werden.

Grünen-Chefin Katrin Habenschaden hat viel vor: Die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat will für das OB-Amt in München kandidieren. Die Kommunalwahlen in München finden 2020 statt.

München - Der Veranstaltungsort ist nicht zufällig gewählt, sondern bewusst: Die Grünen treffen sich am Sonntag zu ihrer Stadtversammlung im Saal der Israelitischen Kultusgemeinde.

 „Für uns ist es ein symbolisches Zeichen in Zeiten von wachsendem Rassismus und Antisemitismus“, sagt die Stadtvorsitzende Gudrun Lux. Es ist der erste Parteitag der Grünen nach dem grandiosen Ergebnis bei der Landtagswahl mit 31 Prozent der Stimmen in München. Man spürt, wie die Sogwelle dieses Erfolgs die Grünen noch immer trägt. Gut 200 Mitglieder sind gekommen, rund ein Drittel davon Neulinge. 

Die Grünen haben in München inzwischen 2150 Mitglieder, fast 1000 mehr als vor zwei Jahren. Mehrere Redner wie die Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek und Margarete Bause betonen am Sonntag, das starke Wahlergebnis sei auch Auftrag, Verantwortung zu übernehmen. Und Lux lässt keinen Zweifel daran, dass die Grünen dafür bereit sind: Die Chance sei noch nie so groß gewesen, nach den Kommunalwahlen 2020 grüne Politik umzusetzen, sagt sie.

„Wir setzen auf Sieg, nicht auf Platz“

Das Gesicht an der Spitze der Partei im Wahlkampf wird Katrin Habenschaden sein. Die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat kandidiert für das OB-Amt. Bislang hat sich parteiintern kein weiterer Bewerber gefunden. Bis Ende Januar besteht dazu allerdings noch die Möglichkeit – sofern entweder drei Ortsverbände oder mindestens 100 Mitglieder eine Kandidatur unterstützen. Dieses Verfahren hat die Stadtversammlung gestern festgezurrt. 

Ende März soll dann der grüne OB-Kandidat bei einem Parteitag gewählt werden. Habenschaden wird für ihre Entscheidung, bei der OB-Wahl zu kandidieren, mit viel Beifall bedacht. Sie hält es für wenig überraschend, dass „andere Parteien plötzlich auch grüne Themen für sich entdecken. Abwarten, ob den Worten Taten folgen werden“, erklärt sie. Auch OB Dieter Reiter (SPD) müsse sich daran messen lassen, wenn er ankündige, den Autoverkehr stärker auszubremsen.

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Mobilitätswende als das Thema Nummer eins

Janecek bezeichnet „die Mobilitätswende als das Thema Nummer eins“ für 2020. Insofern sei das Radl-Bürgerbegehren folgerichtig. Der ehemalige Stadtvorsitzende Beppo Brem sagt, die Grünen hätten davon profitiert, dass Themen inhaltsstark, sympathisch und ohne Streit kommuniziert worden seien. Brem aber warnt: „Die Luft wird dünn, der Ton wird rauer.“ Dennoch ist ihm nicht bange. CSU und SPD hätten ja gesagt, „sie wollen uns inhaltlich stellen“, so Brem: „Viel Spaß dabei, wir lassen uns nicht stellen.“ Bause wiederum versprüht Optimismus: „Wir setzen bei der Kommunalwahl nicht auf Platz, sondern auf Sieg.“ 

Landtagswahl 2018 in Bayern: Die Grünen überflügeln in München nicht nur die SPD, sondern auch die CSU.

Klaus Vick

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