Bürgerversammlung wird zur Abstimmung über Minarette

Die Moschee-Gegner in Sendling machen mobil

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Ob Christian Ude leitete die Versammlung.

Rechtlich bindend sind sie nicht, die Abstimmungen auf Bürgerversammlungen – wie die, die gestern Abend in Sendling stattfand.

Das erklärte am Abend OB Christian Ude den 700 Sendlingern, die das Stadtteilforum zum vierten Mal zur Abstimmung über den Moscheebau am Gotzinger Platz machten.

Auch der von Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein geforderte und per Gerichtsurteil durchgesetzte Bebauungsplan, den die Stadt jetzt aufstellt, stimmt die Sendlinger Moschee-Gegner nicht milder. Unter ihnen war auch ein Politiker (das Sendlinger Bezirksauschussmitglied Andreas Lorenz), der im Herbst für die CSU in den Landtag gewählt werden will. Und Lorenz tat, was für Stadtteilpolitiker ungewöhnlich ist: Er stellte einen Antrag an die Bürgerversammlung, den Bebauungsplan abzulehnen. Das gesamte Islamzentrum vergrößere sich von jetzt 1340 Quadratmetern Fläche in der Schanzenbachstraße auf 4800 geplante Quadratmeter am Gotzinger Platz. Lorenz: „Die brauchen ja später nur die Räume umzuwandeln.“ Dann würde die Moschee am Gotzinger Platz doch zur Zentralmoschee im Münchner Süden.

Ude hatte erst in seiner Einleitung erklärt, dass der Gebetsraum am Gotzingerplatz kleiner werde als eine bereits genehmigte Erweiterung in der Schanzenbachstraße. Der Neubau am Gotzingerplatz sei ein Umzug, das alte Zentrum werde aufgegeben.

Es folgten Solidaritätskundgebungen der evangelischen Himmelfahrtsgemeinde mit den Muslimen, die ein Recht auf ein Gotteshaus hätten. Ein Redner munkelte, in der neuen Moschee würden Drogen gehandelt. Eine Dame forderte ein Multi-religiöses Begegnungshaus, andere ein Seniorenheim oder einen Kindergarten statt der Moschee. Abwechselnd Buh-Rufe und Applaus, ein Halleluliah-Ruf. Zum Schluss stimmten 124 Bürger gegen die Moschee, 92 dafür. Damit steht es bei den Bürgerversammlungen 3:1 gegen die Moschee.

we.

Quelle: tz

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