Wieder Fahrgastrekord bei der MVG – wo 2009 investiert wird

Die Münchner Freiheit zieht sich aus

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Die U-Bahn-Station Münchner Freiheit

München - Das Jahr 2008 hat der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) einen neuen Fahrgastrekord beschert.

Die genaue Zahl ist noch nicht ermittelt, aber die Werte einschließlich November ließen die eindeutige Trendaussage nach oben zu, so MVG-Chef Herbert König gestern vor der Presse. 2007 hatte die Stadtwerketochter 482 Millionen Personen in ihren U-Bahnen, Trams und Bussen transportiert und dabei einen Umsatz von 350 Millionen Euro erzielt, für 2008 wird also mehr erwartet.

Ob sich die Aufwärtsentwicklung der letzten fünf Jahre heuer fortsetzt, sei angesichts vieler „gravierender Unsicherheiten“ kaum prognostizierbar. Folgende Fragen stellen sich:

Wie geht es mit den Energiepreisen weiter?Im ersten Halbjahr 2008 hatten die explodierenden Benzinkosten die Menschen in Scharen in die öffentlichen Verkehrsmittel getrieben. König hofft, dass die der MVG treu bleiben, wenn Autofahren wieder billiger ist. Energiepreise haben auch auf den Betrieb der MVG Einfluss: „Wir sind der drittgrößte Stromverbraucher in der Stadt.“

Wie wirkt sich der konjunkturelle Abschwung aus? Wachsende Arbeitslosenzahlen und eventuell sinkender Touristenströme würden die Einnahmen des Unternehmens verringern.

Steigende Materialpreise, etwa für Stahl, schlagen bei den MVG-Investitionen zu Buche.

Wie wird die Lohntarifentwicklung aussehen?

Ob sich aus all diesen Posten ein finanzieller Mehrbedarf errechnen wird, für den dann die Kunden des Tarifverbundes MVV durch eine Verteuerung ihrer Tickets aufkommen müssen, konnte König gestern noch nicht sagen.

Sicher weiß er, dass der Erneuerungsbedarf steigt: Die ersten U-Bahnhöfe, immerhin um die 40 Jahre alt, müssen generalüberholt werden – wie der an der Münchner Freiheit: Dieses Gesamtprojekt wird statt im Herbst nun spätestens im Dezember 2009 fertig, so König. Außerdem müssen neue Fahrzeuge angeschafft werden, wobei bei jedem Einzelposten „rauf- und runtergerechnet wird“, wieviele tatsächlich benötigt werden. „Die Zeiten, in denen man sich vorsichtshalber noch ein paar Fahrzeuge zusätzlich zulegte, sind vorbei.“ Trotzdem summieren sich die Investitionen 2009 auf rund 140 Millionen Euro. Einige Beispiele:

- Tram 23 Münchner Freiheit – Parkstadt Schwabing: 15 Millionen.

- Tram Effnerplatz – St. Emmeram: 3 Millionen für die Vorbereitung.

- Gleiserneuerungen, vor allem auf der Nymphenburgerstraße (Osterferien bis Ende Mai), Barerstraße (Oster- und Pfingstferien) und Max-Weber-Platz und Isartor (Sommerferien): insgesamt 20 Millionen.

- Verkehrsbauwerk Stachus: 30 Millionen.

- Modernisierung U-Bahnhöfe, Austausch von 52 Rolltreppen und 15 Aufzügen.

- Neubeschaffung und Redesign (z. B. neuer Fußbodenbelag) von Fahrzeugen (u. a. elf Trams und 17 Busse): 19 Millionen. Noch heuer kommt die erste von vier Variobahn-Trams. Über die genaue Farbgebung der künftigen Fahrzeuge habe man sich noch keine Gedanken gemacht,Videoüberwachung der U- und Trambahnen: 8 Millionen.

BW.

Quelle: tz

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