Rentnern rutscht Pass in Sitzspalt

Die MVG rettet meine Urlaubsreise

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Jetzt kann die Reise losgehen: Der Hilfsbereitschaft eines U-Bahn-Fahrers ist es zu verdanken, dass Hans Fröhlich (67) seinen Pass wieder sicher in den Händen hält.

Schon seit Monaten freut sich Hans Fröhlich (67) auf seine Indienreise: Zusammen mit Freundin Monika (47) soll es für drei Wochen nach Bhutan in Südasien gehen.

Ganz schön mau wird ihm allerdings, wenn er an diesen verhängnisvollen Dienstag Anfang September denkt – da hätte ihm eine harmlose U-Bahn-Fahrt fast die lang ersparte Reise ruiniert!

Mit der U 5 fährt der Rentner aus Fürstenfeldbruck vom Stachus zum Lehel – im Indischen Generalkonsulat will er das Visum für den Urlaub beantragen. „Kurz vor dem Ausstieg habe ich noch mal kontrolliert, ob auch alle Antragsformulare unterschrieben sind“, erinnert sich Hans Fröhlich. Und plötzlich passiert es: Die Unterlagen rutschen ihm vom Schoß – und verschwinden spurlos!

Der Rentner sucht zuerst den Boden ab – nichts. „Es war wie verhext. Mein Pass, die Formulare – alles war wie vom Erdboden verschluckt!“ Schnell wird ihm klar: Die Unterlagen müssen in die Lücke zwischen Sitz und Verkleidung gerutscht sein. Doch die ist zu schmal, um hineinzugreifen. „Ich war völlig durch den Wind. Unseren Urlaub habe ich schon ins Wasser fallen sehen – wie hätten wir denn ohne Pass und Formulare so schnell ein Visum bekommen sollen? Die Reise kostet uns insgesamt 6000 Euro – das Geld hätten wir verloren!“

An der Endhaltestelle berichtet er dem U-Bahn-Fahrer von seinem Missgeschick. Der zeigt sich sofort hilfsbereit: Er ruft einen Techniker zu Hilfe und fährt sogar mit einer anderen U-Bahn weiter, damit die beiden Männer in Ruhe suchen können. Vergeblich: „Es gab einfach keine Möglichkeit, an meine Papiere zu kommen.“ Doch dann entdecken sie an der Sitzstütze eine versteckte kleine Klappe. Der Techniker kann sie öffnen – und zieht mit einem Ruck die verlorenen Unterlagen hervor! „Mir ist in dem Moment ein Riesenstein vom Herzen gefallen, so erleichtert war ich“, erzählt Hans Fröhlich.

MVG-Sprecher Christan Miehling kopfschüttelnd zur tz: „Einen derartigen Fall hatten wir noch nie. Bei den meisten Sitzen kann da gar nichts reinfallen – die Lücke zwischen Sitz und Verkleidung ist nämlich normalerweise offen.“ Nur bei einem Sitz pro Wagen ist die besagte Lücke geschlossen, weil sich dort ein Kasten für die pneumatischen Ventile befindet. „Genau da müssen die Papiere des Fahrgasts reingefallen sein – das war leider ein ganz unglücklicher Zufall“, sagt Christian Miehling. Dennoch will die MVG nun überprüfen, wie das Problem in Zukunft behoben werden kann.

Hans Fröhlich freut sich nach dem glimpflichen Ausgang der Geschichte umso mehr auf seine Reise. „Das war echt eine tolle Leistung von der MVG.“ Nur eins findet er schade: „Der hilfsbereite U-Bahn-Fahrer war so schnell weg – dabei hätte ich mich bei ihm gerne noch mal für seine Unterstützung bedankt.“

Christina Schmelzer

Quelle: tz

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