Luxus-Koloss vor dem Abriss

Die tz zeigt noch mehr Fotos aus der Flick-Villa

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Die Fassade der Flick-Villa in der Pienzenauerstraße 111: Fenster aus Panzerglas sollten den Milliardär vor Anschlägen schützen, zwölf Kameras überwachten das gesamte Grundstück.

München - Anfang 2014 wird die Villa des verstprbenen Münchner Milliardärs Friedrich Karl Flick abgerissen. Die tz zeigt noch mehr Fotos und erklärt, wie der Abriss ablaufen wird.

Einst war sie Prunk, bald ist sie Schrott: Anfang 2014 wird die Villa des Münchner Milliardärs Friedrich Karl Flick (1927 - 2006) abgerissen, auf dem Grundstück entsteht ein moderner Neubau mit Luxus-Wohnungen (tz berichtete exklusiv). Branchenexperten schätzen, dass die Flick-Villa rund 10 000 Kubikmeter Bauschutt freigibt – allein die Entsorgung dafür kostet rund 250 000 Euro. Drei Monate sind für die Abrissarbeiten angesetzt. Nicht alle Teile des Hauses können aber einfach so abgetragen werden. Der geheime, 15 Quadratmeter große Bombenbunker im Keller etwa – eine Spezialvorrichtung mit eigener Energieversorgung, in der sich der Industrieboss sicher fühlte – muss nach tz-Informationen eventuell sogar gesprengt werden. Für den Rest der Luxus-Villa gilt das eher nicht. Wie lange dauert der Abbruch? Wie viele Experten werkeln daran? Mit welchen Maschinen? Die tz erklärt, was passiert.

Jetzt noch mehr Bilder aus der Flick-Villa

Vor dem Abriss: Einblicke in die Flick-Villa

So funktioniert der Abriss

Abbrucharbeiten sind sein Geschäft, kaum jemand weiß besser als Marcel Schröder, wie man einen Betonklotz plattmacht. In der tz erklärt das Vorstandsmitglied des Deutschen Abbruchverbandes, wie das bei der ehemaligen Flick-Villa funktioniert.

Herr Schröder, wie reißt man 2000 Quadratmeter Wohnfläche ab?

Marcel Schröder

Marcel Schröder: Vor zwanzig, dreißig Jahren hat man so ein Haus noch zusammengekloppt, den Bauschutt auf den Lkw geladen und zur Deponie gebracht. Das läuft heute professioneller. Der erste Schritt ist die Entrümpelung – alle losen Gegenstände im Gebäude wie Tische, Betten oder Regale werden rausgetragen und sortiert. Alles wird sortenrein getrennt: Holz, Glas, Kunststoffe, Isolierung und Metalle. Nur größere Stahlteile bleiben drin.

Was folgt danach?

Schröder: Die Schadstoffsanierung. Dabei werden astbesthaltige Rohre oder künstliche Mineralfaser-Isolierung entfernt. Dann folgt die Entkernung: Alles, was lose und nicht mineralisch ist, kommt aus dem Haus raus, auch Bodenbeläge. Bis hierhin klappt der Abbruch per Hand oder Kleingerät, Unternehmen arbeiten mit Robotern oder ferngesteuerten Baggern.

Welche Geräte kommen noch zum Einsatz?

Schröder: Den Abbruch der Bausubstanz erledigen Hydraulik-Bagger. Sie verfügen über Zangen, die Beton zerschneiden – oder Pulverisierer, die Beton zerbröseln. Mit Spezialscheren lassen sich Stahlträger zerschneiden. Abbruch- und Sortiergreifer arbeiten zielgerichtet wie Hände. Die größte Kraft haben Felsmeißel, die stemmen das Fundament kurz und klein.

Wie viele Arbeiter für diesen Abbruch nötig?

Schröder: Zwischen 15 und 20 Fachkräfte. Die schaffen das in drei Monaten. Es kommt auch darauf an, wie viel Fläche ringsherum zur Verfügung steht: Der Bauschutt muss zerkleinert und verladen werden.

2000 qm Garten sollen dafür reichen, oder?

Schröder: Vermutlich, ja.

von Andreas Thieme

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