Brutalität gegen Familie und liebevolle Briefe aus dem Knast

Die zwei Gesichter des U-Bahn-Schlägers Serkan

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Scharen von Sozialpädagogen haben sich schon mit Serkan und dessen Familie befasst.

Den erhobenen Zeigefinger der Jugendgerichtsbarkeit in Form von Erziehungsmaßnahmen und Arresten hatte Serkan A. schon oft zu sehen gekriegt.

Genutzt hat es nichts, er hat weiter gestohlen, geprügelt und geraubt. Auch eine offene Bewährung hielt den 21-Jährigen nicht davon ab, das schreckliche Verbrechen vom 20. Dezember zu begehen, bei dem er zusammen mit seinem Freund Spyridon L (18) den 76-jährigen Bruno N. im U-Bahnhof Arabellapark fast zu Tode prügelte.

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Scharen von Sozialpädagogen haben sich schon mit Serkan und dessen Familie beschäftigen müssen. Serkans Vater war gewalttätig, die Mutter mit den Kindern überfordert. Sozialarbeiterin Katrin A. (33) gestern im Prozess: „Serkan war extrem gewaltbereit, auch gegenüber seiner eigenen Mutter.“ Obwohl Serkan immer tiefer ins kriminelle Milieu rutschte, versuchte es die Justiz auf die weiche Tour. Vergeblich. Bewährungshelfer Otto S. (59) meinte, Serkan habe wohl nicht kapiert, „dass dieses Angebot der Justiz als Hilfe zu verstehen war.“

Man könnte kaum glauben, dass der junge Mann, dessen Leben vor allem aus Herumlungern, Saufen, Kiffen und Straftaten bestand, auch eine sensible Seite habe. So schrieb er seiner Schwester aus dem Knast: „Die Zeit hier ist nicht das Ende vom Leben. Ich will arbeiten gehen.“ Und: „Ich will meine Familie nicht verlieren.“

„Ich habe Angst, die Frau zu verlieren, die ich über alles liebe“, schrieb er seiner Freundin Sonja, die letzten Sommer ein Kind von ihm bekam. „Ich werde vor deiner Tür stehen, wenn meine Zeit hier zu Ende ist.“. Spyridons Vorgeschichte ist ebenfalls geprägt von Alkohol und Gewalt. Er hat noch ein Verfahren offen: Am 9. Januar 2007 schlug er am Bahnhof Pasing grundlos einen Passanten zusammen und drohte einer Zeugin: „Wenn du die Polizei rufst, schlage ich dich zusammen!“ Der Täter: „Ich kann mich nicht mehr erinnern.“

Quelle: tz

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